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„Ernsthafte Verhandlungen müssen bald weitergeführt werden – IG-Metall-Warnstreiks lösen den Konflikt nicht“

Nach der dritten Runde der Tarifverhandlungen für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie in Bremen hat NORDMETALL-Verhandlungsführerin Lena Ströbele die IG Metall Küste aufgefordert, die Gespräche lösungsorientiert fortzusetzen.

„Wir hatten heute ein ernsthaftes Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern der IG Metall Küste zur schwierigen Lage der Metall- und Elektroindustrie. Wir erwarten, dass die Verhandlungen bald fortgesetzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und rasch zu konstruktiven Lösungen zu finden. Die Warnstreikwelle sollte möglichst bald beendet werden. Sie kostet die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie viel Geld. Die während des Ausstands ausgefallenen Arbeitsstunden belasten die Unternehmen zusätzlich zur dramatischen Gesamtlage. So fallen Erlöse weg, die für Investitionen in Produktion und Innovation, am Ende auch für Löhne und Gehälter verwendet werden sollten. Gleichzeitig bringen Warnstreiks die Verhandlungen keinen Schritt weiter. Lösungsbereitschaft ist jetzt gefragt, von der IG Metall wie von NORDMETALL“, sagte Ströbele nach den knapp 90-minütigen Verhandlungen heute in Bremen. 

„Die IG Metall Küste hat das von den Arbeitgebern in der vergangenen Woche vorgelegte Angebot einer differenzierbaren Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttos im Juli 2027 und einer Tabellenerhöhung in Höhe von 1,3 Prozent im Juli 2028 bei einer Laufzeit bis zum Jahresende 2028 abgelehnt. Stattdessen steht neben der Fünf-Prozent-Forderung weiter der Wunsch nach einer Gewinnbeteiligung für Firmen in guter wirtschaftlicher Lage im Raum. Dies ist für die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie nicht akzeptabel und würde den Flächentarif empfindlich beschädigen“, warnte Ströbele.
Flächentarifverträge regeln grundsätzlich Mindestbedingungen. Nur in den Betrieben kann zielgenau abgewogen werden, wieviel Mittel für Investitionen, Risikovorsorge und Produktionsausbau benötigt werden und wieviel Geld in welcher Form zusätzlich an die Belegschaft verteilt werden kann. „Schon heute beteiligen viele Betriebe ihre Mitarbeiter freiwillig am Unternehmenserfolg. Die IG Metall fordert dagegen einen umfassenden Offenlegungszwang mit pauschalem Zahlungsautomatismus für alle Betriebe. Das ist mit unseren Mitgliedern nicht zu machen und wäre absolut kontraproduktiv: Wer in der jetzigen Krise erfolgreiche Unternehmen für ihre Leistung bestraft, muss sich nicht wundern, wenn diese dem Flächentarif und am Ende auch dem Standort den Rücken kehren“, so Ströbele weiter.

Sehr viele norddeutsche M+E-Firmen hätten angesichts der drastischen Preissteigerungen in allen Bereichen und der konstant hohen Arbeitskosten ohnehin ein massives Problem mit dem Standort: „Wenn wir den Abbau von Arbeitsplätzen und die Verlagerung oder Schließung von Betrieben verhindern wollen, müssen wir jetzt ohne weitere Millionenverluste für Streiktage schnell Vereinbarungen für strukturelle Kostensenkungen treffen, um den Standort zu retten. Und nur dann kann es ein leichtes Lohnplus selbst in diesen harten Zeiten geben“, sagte Lena Ströbele, die Geschäftsführerin der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG ist.

Ein weiterer Verhandlungstermin zwischen NORDMETALL und der IG Metall Küste wurde vorerst nicht festgelegt.