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Umfrage zur Verkehrsinfrastruktur

Die Norddeutsche Industrie beklagt Dauerstaus in und um Bremen sowie Hamburg.

„Norddeutschlands Metall- und Elektroindustrie leidet drastisch unter den Dauerstaulagen in und um die Hansestädte Bremen sowie Hamburg“, resümiert Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL und AGV NORD, eine Blitzumfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Arbeitgeberverbände. 172 Unternehmen aus Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, dem nordwestlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten sich im Mai 2026 an der Befragung beteiligt. 

63 Prozent der Geschäfts- und Personalleitungen der Betriebe im Norden sehen sich durch Staus auf Autobahnen stark oder sehr stark beeinträchtigt, 56 Prozent durch die in Städten und Ortschaften. 57 Prozent bemängeln einen unzureichenden öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV; etwa Busverkehre), 46 Prozent defekte oder gesperrte Brücken. Autobahnstaus als ‚sehr starke Belastung` beklagen an der Spitze der fünf Bundesländerauswertungen 55 Prozent der Hamburger Betriebe, in Bremen sind es 41 Prozent. Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern bemängeln zu mehr als einem Drittel besonders häufig schwache ÖPNV-Strukturen und unzureichende Bahnverkehre (jeweils 34 Prozent). Insbesondere Arbeitswege (55 Prozent), Dienstfahrten (53 Prozent) und Lieferungen (39 Prozent) sind nach Einschätzung der Betriebe von den Infrastrukturproblemen stark oder sehr stark betroffen, bei jedem zehnten Unternehmen werden deshalb sogar geminderte Betriebsumsätze beklagt. Besonders die Bremer Betriebe monieren eine sehr starke Betroffenheit der Arbeitswege mit 45 Prozent, die der Dienstfahrten zu 27 Prozent. 

55 Prozent aller Befragten sehen den Ausbau der A1 mit Schwerpunkt in Bremen und Hamburg (Elbbrücken) als wichtigstes Verkehrsprojekt zur Verbesserung der Lage, 38 Prozent den der A7 (Tunneldeckel Altona), 35 Prozent den der A20 (Bad Segeberg-Bremerhaven). 58 Prozent aller Betriebe im Norden schätzen die Einhaltung von Zeitplänen bei der Planung und Durchführung von Verkehrsbaustellen als unbefriedigend ein, 43 Prozent die Koordination der Projekte. Am härtesten betroffen durch misslungenes Zeitmanagement fühlen sich mit 75 Prozent die Firmen im nordwestlichen Niedersachsen, gefolgt von 59 Prozent in Schleswig-Holstein und jeweils 55 Prozent in Bremen und Hamburg. 

Dr. Nico Fickinger bilanziert: „Die Vernachlässigung der Verkehrsinfrastruktur und der mangelnde Einsatz für Neubauprojekte hat sich zum norddeutschen Standortnachteil entwickelt, der Umsatz und Arbeitsplätze kostet. Zwar geben der Spatenstich für die A20-Ortsumgehung Bad Segeberg oder das gerade beschlossene Infrastruktur-Zukunftsgesetz mit dem ‚überragenden öffentlichen Interesse‘ zur rascheren Durchsetzung neuer Projekte Hoffnung, dass es mit der teilweisen Blockade wichtiger neuer Schienen- und Straßenwege bald vorbei ist. Dennoch bleibt es ein Unding, dass Hamburg als norddeutsches Nadelöhr bis heute nur zwei Elbquerungen besitzt und als einzige europäische Millionenstadt bisher keine konkrete Zeitperspektive für die Vollendung eines Autobahnringes. Hier muss drastisch Tempo zugelegt werden, genau wie bei der immer noch viel zu seltenen 24/7-Abarbeitung wichtiger Baustellen.“

Hier finden Sie die Präsentation der Umfrage zur Verkehrsinfrastruktur.