M+E-Industrie: hohe Ausbildungserfolge, aber Anstrengungen nicht mehr lange durchhaltbar
Aktuelle Arbeitsmarktzahlen zur Ausbildung: Anders als in vielen anderen Branchen, in denen es an Bewerbern mangelt, wird die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie vermutlich 9 von 10 ihrer Ausbildungsplätze besetzen können.
Dieses gute Ergebnis nötigt den Betrieben allerdings hohe Anstrengungen und einen immer größeren Aufwand ab, den sie perspektivisch nicht mehr leisten können. Weil sich die Ausbildungsreife der Jugendlichen seit Jahren verschlechtert, appellieren die Verbände eindringlich an die Politik, die Ausbildungsreife der Jugendlichen deutlich zu verbessern.
„Unternehmen leisten bereits enorm viel, um jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Aber sie können nicht dauerhaft auffangen, was in Schule und an Berufsorientierung versäumt wird“, sagt Loraine Awizus, Arbeitsmarktexpertin der Arbeitgeberverbände NORDMETALL und AGV NORD. „Die Unternehmen bieten trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage viele Ausbildungsplätze an. Dafür brauchen sie aber Bewerberinnen und Bewerber, die über die notwendigen schulischen und persönlichen Voraussetzungen verfügen. Die Politik muss deshalb konsequent die Qualität der schulischen Bildung, vor allem in den MINT-Fächern, und eine verbindliche, praxisnahe Berufsorientierung sicherstellen. Nur so können sich die Arbeitgeber auf die Vermittlung der Ausbildungsinhalte konzentrieren.”
Wie hoch das Ausbildungsengagement der M+E-Industrie weiterhin ist, zeigt die Entwicklung der Auszubildendenzahlen: Von 2023 bis 2025 ist sie in Norddeutschland um sechs Prozent auf gut 10.200 Personen gestiegen. Weitere aktuelle Informationen und Zahlen zur Ausbildung in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie finden Sie hier.