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Automobil-Aktionstag: Proteste vor Werkstoren lösen keine Probleme

Zum heutigen „Automobil-Aktionstag“ der IG Metall warnt der Arbeitgeberverband NORDMETALL vor einer Eskalation.

„Die Herausforderungen für die Automobilstandorte sind gewaltig und sollten auch von der Gewerkschaft konstruktiv angegangen werden. Das Kundgebungs-Motto ,Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke‘ muss auch für das Miteinander von Betrieben und Beschäftigten in der Transformation gelten“, mahnt Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL.

„Sinkende Absatzzahlen in China oder schädliche US-Zölle lassen sich nicht durch Protestaktionen vor deutschen Werkstoren wegdemonstrieren. Im Gegenteil: Solche streikähnlichen ‚Aktionstage‘ belasten die Unternehmen zusätzlich und schwächen unsere norddeutschen Standorte im harten internationalen Wettbewerb weiter.“ Statt einseitiger Schuldzuweisungen an die Unternehmen und ihr Management – nicht selten von Gewerkschaftsfunktionären, die in den Aufsichtsräten mitbestimmen – brauche es tragfähige, idealerweise gemeinsam entwickelte Lösungen. NORDMETALL appelliert daher an den Sozialpartner: „Die drängenden Fragen der Transformation lösen wir nicht auf der Straße. Wir brauchen einen sachlichen Dialog über die Zukunftsfähigkeit der Automobilindustrie, der die Kostenstrukturen ebenso in den Blick nimmt wie die Innovationskraft.“

NORDMETALL weist die Darstellung der Gewerkschaft zurück, wonach Investitionen und Kostensenkungen Gegensätze seien. „Zukunftsinvestitionen in Software, Batterietechnik und neue Fahrzeugmodelle sind zwingend notwendig und mehr als nur eine Investition in den jeweiligen Betrieb und seine Infrastruktur. Sie sind auch ein wichtiges Signal für die Mitarbeitenden und die deutschen Standorte. Aber sie müssen bezahlt, also auch erwirtschaftet werden“, so Fickinger. „Daher haben nur profitable Unternehmen die Kraft, den Wandel zu finanzieren und damit Beschäftigung langfristig zu sichern.“ Die dringend erforderlichen Kostensenkungen pauschal als „Angriffe“ und „Kahlschlag“ zu diffamieren, sei kontraproduktiv und erschwere eine gemeinsame Lösung der Probleme.

Ebenso kritisch bewerten die Arbeitgeber die gewerkschaftliche Blockadehaltung bei der Arbeitszeitgestaltung. Angesichts des massiven Transformationsdrucks seien starre Arbeitszeit-Obergrenzen kontraproduktiv. „Wir brauchen mehr Flexibilität und weniger Denkverbote. Das Beharren auf jahrzehntealten Regelungen ignoriert die Realität des globalen Wettbewerbs und übrigens auch die Wünsche vieler Beschäftigter“, betont Dr. Nico Fickinger.