24.2.13: "Zahlen mit heißer Luft"

Die Nordmetall-Arbeitgeber haben die angedachte Lohnforderung der IG Metall Küste als zu hoch und unbegründet kritisiert: „Wenn die Wirtschaft nur knapp über null Prozent wächst, kann man nicht fast sechs Prozent mehr Geld fordern. Das passt nicht“, sagte Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. Die laut Presseberichten vom IG-Metall-Bezirksleiter Geiken erwartete Prozentzahl sei mit viel heißer Luft aufgeblasen. „Wir nehmen zwar zur Kenntnis, dass die IG Metall vermutlich weniger fordert als andere Gewerkschaften und damit ja beweist, dass sie die Konjunktur nicht durch die rosarote Brille sieht“, so Lambusch. Dennoch sei die IG Metall mit ihrer Forderung weit weg von der Realität. „Im letzten Jahr haben wir mit 4,3 Prozent die höchste Lohnsteigerung seit 20 Jahren vereinbart. Im Nachhinein wissen wir: Sie war zu hoch für viele Betriebe. Deshalb müssen 2013 alle vernünftig sein, um Arbeitsplätze nicht zu gefährden“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber.

Auch der von der IG Metall formulierte Zuschlag für eine Konsumstärkung sei ökonomischer Unsinn. „Nur wer einen sicheren Job hat, gibt auch gerne Geld aus. Umgekehrt gilt: Wenn Arbeit zu teuer wird, geht die Beschäftigung runter und das schwächt den Konsum.“, erklärte Lambusch. Die Nordmetall-Arbeitgeber würden deshalb in den Tarifverhandlungen ab 22. März auf einen Abschluss hinarbeiten, der eine angemessene Lohnerhöhung ermöglicht, aber auch die höchst unterschiedliche Situation in den verschiedenen Branchen und Unternehmen berücksichtigt: „Der Schiffbau ist noch in rauer See, der Offshore-Bereich kämpft mit den Problemen der Energiewende, vielen Unternehmen fehlen Aufträge vor allem aus anderen EU-Ländern“, sagte Lambusch. „Dennoch: Wir Arbeitgeber bleiben verlässlich und fair. Und am Ende wird es eine Lösung geben.“

Dass die IG Metall Küste in Interviews schon von möglichen Warnstreiks im Mai spricht, sei bedauerlich: „Wir haben noch keine Sekunde am Verhandlungstisch gesessen, da werden schon die Backen aufgepustet. Wenn es nach uns ginge, könnte man sich das sparen.“