29.1.15: Warnstreiks: Nordmetall warnt vor Bumerang-Effekt

Die Nordmetall-Arbeitgeber kritisieren die angekündigten Warnstreiks der IG Metall. „Obwohl die Gewerkschaft unser Angebot noch gar nicht kennt, plant sie schon Warnstreiks“, so Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. Das sei eine völlig überflüssige Verschärfung der Tarifrunde.

Seit Monaten habe die IG Metall bereits auf den Ablauf der Friedenspflicht fest im Blick. Die Vorbereitungen der Aktionen liefen auf Hochtouren. „Der Öffentlichkeit muss klar sein: Die Warnstreiks haben viel mit Mitgliedergewinnung, aber wenig mit der konkreten Verhandlung zu tun. Wer eine faire Lösung will, darf jetzt die Lage der Firmen nicht noch mutwillig verschärfen", mahnte Fickinger. Die Arbeitsniederlegung belaste Unternehmen in einer sensiblen wirtschaftlichen Situation: „Die Russland-Krise trifft immer mehr Unternehmen, durch die Wahl in Griechenland droht die nächste EU-Misere, aber die IG Metall tut gerade so, als könnten wir die Korken knallen lassen“, kritisiert der Nordmetall-Hauptgeschäftsführer.

Wer die für den Norden so wichtige Metall- und Elektroindustrie jetzt durch überzogene Lohnforderungen und unnötige Zusatzbelastungen schwäche, der gehe ein großes Risiko ein: „Die Standortdebatte nimmt Fahrt auf, Firmen kalkulieren wieder Alternativen im Ausland – und sie werden überzogene Tarifabschlüsse nicht einfach hinnehmen. Die IG Metall gefährdet mit ihrem diesjährigen Forderungskatalog auch den Zuspruch zum Flächentarifvertrag“, warnte Fickinger. „Am Ende würde ein Ergebnis dann für immer weniger Betriebe gelten – ein solcher Bumerang-Effekt kann nicht im Sinn der Gewerkschaft und ihrer Mitglieder sein.“

Die nächste Tarifverhandlung findet am Mittwoch, dem 28. Januar 2015, in Bremen statt (Balladins Superior Hotel, August-Bebel-Allee 4).