16.3.15: Verbände gründen erstes Arbeitgeber-Netzwerk der Windkraft

Prominenter Auftakt in Bremen: Im Beisein des Arbeitgeberpräsidenten Ingo Kramer kommt heute erstmals der neue Verein „nordwindaktiv“ zusammen − Deutschlands erstes Arbeitgeber-Netzwerk für die Windkraft-Branche.

Als weitere Gäste begrüßt der Vorsitzende von nordwindaktiv, Thomas Lambusch, Bremens Wirtschafts-Staatsrat Dr. Heiner Heseler, den Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, und den Hamburger Landesvorsitzenden des Bundesverbands WindEnergie, Dr. Axel Röpke.

Insgesamt nehmen Vertreter von gut 50 Unternehmen, die sich als Teil der Energiewende-Industrie verstehen, an der Auftaktveranstaltung im „Universum Bremen“ teil. 2014 arbeiteten bundesweit 138.000 Personen in der Windkraftbranche – davon 60.000 in den fünf norddeutschen Ländern und allein 18.800 in der deutschen Offshore-Windindustrie.

Nordwindaktiv ist nach eigenen Angaben die erste Vereinigung, die die Energiewende-Industrie nicht nur als Hersteller und Marktteilnehmer bündelt, sondern als Arbeitgeber. Man will kein weiterer Wirtschaftsverband sein, sondern erstmals eine sozialpolitische Organisation für die Branche. Für die Unternehmen fungiere man fortan als Austauschplattform und Berater im Bereich der Arbeitsbeziehungen, also bei den Themen Arbeitsrecht, Sozialrecht, Betriebsverfassungs- und auch Tarifrecht sowie moderne Arbeitsorganisation.

Gegründet wurde nordwindaktiv von sieben norddeutschen Arbeitgeberverbänden. „Wir hören immer häufiger von Unternehmern, Geschäftsführern und Personalern, dass es an einer solchen Plattform gerade im Bereich Windkraft fehlt“, so der Vorsitzende Lambusch. Man wisse auch, dass sich viele Firmen ebenso wie die Gewerkschaften einen erfahrenen und verlässlichen Sozialpartner für die Windkraft wünschten. „Im Bereich des BDI gibt es eine Reihe von Fachverbänden rund um die Erneuerbaren Energien. Aber einen Arbeitgeberverband gibt es noch nicht“, sagte Lambusch zum Auftakt.

Gegenüber Politik und Öffentlichkeit wolle man deutlich machen, dass die Erneuerbare-Energien-Branche aus sehr viel mehr Unternehmen bestehe als den Errichtern der Anlagen und den Betreibern der Parks: „Wir haben es mit einer Wertschöpfungskette zu tun, in der längst wesentliche Unternehmen angestammter Industrien integriert sind. Firmen aus der Elektroindustrie, aus dem Maschinenbau, aus dem Bereich der Werften, sogar Spezialisten aus der Automobilzulieferung, die sich mit ihrem Portfolio nun Richtung Windkraft diversifizieren“, so die nordwindaktiv-Geschäftsführer Marcel Christmann und Stephan Kallhoff.

An die politischen Gäste der Auftaktveranstaltung gerichtet, sagte der Vorsitzende Lambusch: „Wer diese junge, dynamische und zukunftsträchtige Branche unterstützen will, muss alles vermeiden, was Investitionen hemmt, die Unternehmen belastet, den Personaleinsatz weniger flexibel macht oder die Arbeitskosten in die Höhe treibt. Politik und Gewerkschaften müssen hier sehr sensibel sein, um nachhaltiges Wachstum der Branche überhaupt erst zu ermöglichen.“

2014 sind in Deutschland 5.200 Megawatt zusätzliche Windkraft-Kapazität entstanden. Dies ist ein Anteil von 40 Prozent am gesamten europäischen Zubau. Damit liegt Deutschland auf Platz 1. Großbritannien schaffte nur ein Drittel der deutschen Kapazität. Frankreich und Schweden noch weniger. Deutschland ist Marktführer in Europa und solle diese Startrampe für eine weltweite Erfolgsgeschichte nutzen, sagte Lambusch: „Die Energiewende ist gerade für uns im Norden eine riesige Chance, gewisse De-Industrialisierungstendenzen zu kompensieren, den Industriestandort Norddeutschland dadurch zukunftsfester zu machen und weltweit als Innovationsführer zu positionieren.“

Der Verband wird geführt vom Rostocker Unternehmer Thomas Lambusch. Stellvertretende Vorsitzende sind der Wittmunder Bauunternehmer Martin Steinbrecher sowie der Geschäftsführer von Areva Wind in Bremerhaven, Eric Blanc.