7.11.14: Tarifwünsche passen nicht zur Lage

Der Arbeitgeberverband Nordmetall kritisiert die heute bekanntgegebene Forderungsempfehlung der IG Metall Küste für die Tarifrunde 2015: „Das geforderte Lohnplus von fünf bis sechs Prozent passt überhaupt nicht zur Lage. Man muss sich fragen, ob die Gewerkschaft keine Zeitung liest“, reagierte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch, der ab Januar auch wieder die Verhandlungen für die norddeutschen Metallarbeitgeber führen wird.

Mit ihrer Empfehlung schüre die Gewerkschaft unrealistische Erwartungen. Sowohl die Bundesregierung als auch die EU sowie alle Wirtschaftsinstitute hätten die Wachstumsprognosen für das kommende Jahr gerade erst gesenkt. „Bis zum endgültigen Beschluss der Forderung Ende November hat die IG Metall ja noch Zeit, ihre Lagebeurteilung zu aktualisieren“, so Lambusch.

Auch die Forderung nach einer „Bildungsteilzeit“ sei abzulehnen: „Hier soll das Unternehmen nicht nur die betrieblich notwendige Qualifizierungen der Beschäftigten bezahlen, sondern auch persönliche Weiterbildungen, die nur wenigen Einzelnen nützen. Und das aus einem Topf, den alle füllen. Der Schichtarbeiter soll also dem Ingenieur das Master-Studium bezahlen. Das ist Umverteilung von unten nach oben. Es würde mich wundern, wenn die Mitarbeiter das wirklich wollen“, sagte Lambusch.

Er strebe Anfang 2015 einen Tarifabschluss an, der fair für alle sei: „Wir möchten verhindern, dass durch einen unangemessen hohen Tarifabschluss das Outsourcing verstärkt und Arbeitsplätze im Norden aufs Spiel gesetzt werden. Und wir möchten nicht, dass alle Mitarbeiter im Betrieb für die persönliche Weiterbildung von einigen Wenigen zur Kasse gebeten werden“, so Lambusch. Zur Altersteilzeit sagte Lambusch, hier sei man sich mit der IG Metall einig, dass der Tarifabschluss eine Neuregelung umfassen werde: „Die muss aber gerechter sein. Es gibt einfach Beschäftigte, die nicht bis 67 arbeiten können.“