22.3.13: Tarifrunde: "Unsere Beschäftigten brauchen keinen Robin Hood"

Bei der ersten Tarifverhandlung für die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie haben die Nordmetall-Arbeitgeber die Forderung der IG Metall Küste nach 5,5 Prozent mehr Entgelt zurückgewiesen. Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch erklärte: „Die IG Metall fordert mehr als fünfmal so viel wie die Wirtschaft in diesem Jahr wächst. Das passt nicht.“

Die Konjunkturkurve werde 2013 eher flach verlaufen, außerdem wirke die Entgelterhöhung von 4,3 Prozent im Vorjahr noch nach, so Lambusch: „Diese höchste Erhöhung seit 20 Jahren belastet die Betriebe, weil das entsprechende Wachstum ausgeblieben ist. Arbeit ist dadurch deutlich teurer geworden. Wir dürfen nicht zulassen, dass gute Arbeitsplätze in diesem Jahr zu unsicheren Jobs werden.“

Dass die IG Metall über die Hälfte ihrer Forderung mit einem Konsumzuschlag begründet, stieß bei Lambusch auf Unverständnis: „Unsere Beschäftigten brauchen keinen Robin Hood. Bei der Sicherung von Jobs und Einkommen waren und sind die Arbeitgeber immer verlässlich und fair.“ Auch nach Abzug der Inflation sei immer ein Plus im Geldbeutel geblieben. Außerdem seien seit der Krise 2009 in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie 7.000 Jobs entstanden. Und nur die Schaffung und Sicherung solcher Arbeitsplätze könne die Inlandsnachfrage stärken, so Lambusch.

Lambusch forderte Stellschrauben im Tarifabschluss für unterschiedliche Geschäftslagen: „Die Situation unserer Mitglieder unterscheidet sich nach Branchen, Regionen, ja manchmal sogar innerhalb von Unternehmen. Die Entgelterhöhung muss aber für alle verkraftbar sein. Das schafft man mit flexiblen Lösungen.“

Die Verhandlungen wurden ohne Annäherung vertagt. Aufgrund der Osterferien, der Hannover-Messe und der Maritimen Konferenz findet die nächste Tarifverhandlung zwischen Nordmetall und IG Metall Küste erst am 24. April in Kiel statt.