23.9.14: Tarifrunde nicht überfrachten

Der Arbeitgeberverband Nordmetall zeigt sich wenig überrascht von den bereits heute angekündigten Forderungen der IG Metall für die nächste Tarifrunde, die erst im Januar 2015 startet. Dass neben Entgelterhöhungen auch das Thema Altersteilzeit diskutiert werde und neu geregelt werden müsse, ergebe sich schon aus dem neuen Gesetz zur Rente mit 63.

Die Forderung nach einer „Bildungsteilzeit“ wies Nordmetall zurück. Dabei gehe es der IG Metall offenbar um persönliche Weiterbildungen, die für die aktuelle und künftige Tätigkeit im Betrieb nicht immer erforderlich sind. „So wünschenswert eine solche persönliche Weiterbildung für den einzelnen Mitarbeiter auch ist: Der Arbeitgeber kann nur solche Auszeiten finanzieren, die betrieblich notwendig sind und dem Unternehmen auch konkret zugutekommen“, so Nordmetall-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger.

Dies geschehe derzeit schon in großem Stil, da die Unternehmen ein hohes Eigeninteresse an qualifizierten Mitarbeitern hätten. „Deutschlandweit geben die M+E-Unternehmen jedes Jahr mehr als 7 Milliarden Euro für Aus- und Weiterbildung aus. Das ist einer ihrer vielen Beiträge gegen den Fachkräftemangel – hierzu gehört z.B. auch das Projekt Nordchance, das benachteiligten Jugendlichen den Weg in eine Ausbildung ebnet und das den Nordmetall-Mitgliedern Jahr für Jahr viele hunderttausend Euro wert ist“, so Fickinger.

Neue Teilzeit-Ideen müssten in einem größeren Zusammenhang diskutiert werden. Die Tarifrunde dürfe damit nicht überfrachtet werden. Immerhin gehe es um die generelle Flexibilisierung von Arbeitszeit. Auf Gespräche über dieses Thema habe man sich mit der IG Metall auch schon einvernehmlich für die Zeit nach der Tarifrunde verständigt. „Umso erstaunlicher ist, dass die IG Metall dieses Thema jetzt ohne Not vorziehen und in die Tarifauseinandersetzung hineinziehen will“, so Fickinger.