12.2.15: Phantasie statt Muskeln spielen lassen

Auch in der dritten Tarifverhandlung zwischen Nordmetall-Arbeitgebern und IG Metall Küste heute in Hamburg gab es kein Ergebnis. „Wir haben aber erstmals konstruktiv über Lösungswege beim Thema Weiterbildung gesprochen“, sagte Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. Vertreter beider Seiten sollen in den nächsten Tagen im kleinen Kreis über weitere Details reden. Ein nächster Verhandlungstermin wurde für den 26. Februar vereinbart.

Der von der IG Metall ausgerufene Aktionstag mit ganztägigen Warnstreiks habe die heutige Verhandlung unnötig belastet, so Lambusch: „Es ist schade, dass sich die IG Metall hier an der Küste kein Beispiel an ihren Kollegen in NRW genommen hat.“ Dort habe man die Warnstreiks bis zur nächsten Verhandlung ausgesetzt. „Jetzt ist Kompromissfähigkeit statt Kampfeslust angesagt“, sagte Lambusch.

Nordmetall stehe weiterhin zum Angebot von Ende Januar, das 2,2 Prozent mehr Geld und bei der aktuellen Null-Inflation ein deutliches Reallohnplus verspreche.

Im Mittelpunkt der heutigen Verhandlung stand das Thema Bildungsteilzeit. Das Modell der IG Metall lehnen die Arbeitgeber weiter ab. „Die geforderten tariflichen Ansprüche auf mehr Zeit und Geld für persönliche Weiterbildung nach dem Prinzip Gießkanne sind für unsere Mitgliedsunternehmen ein Problem“, so Lambusch. Vereinbarungen auf betrieblicher Ebene seien da hilfreicher und auch längst gelebter Alltag in den Firmen. Diesbezüglich sollte man jetzt die Phantasie und nicht die Muskeln spielen lassen.