24.4.13: Nordmetall-Arbeitgeber bieten im Durchschnitt über 1.000 Euro mehr

Bei der zweiten Tarifverhandlung der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie in Kiel haben die Nordmetall-Arbeitgeber das bereits bekannte, bundesweit abgestimmte Angebot vorgelegt. Es sieht für die 140.000 Beschäftigten eine dauerhafte Einkommenserhöhung um 2,3 Prozent vor. Das Durchschnittseinkommen norddeutscher Metaller, das derzeit bei 50.000 Euro liege, würde sich damit nochmals um über 1.000 Euro erhöhen, so Nordmetall.

„Bezogen auf die Laufzeit von gut einem Jahr geht unser Angebot an die Grenze des Machbaren“, sagte Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. Es liege deutlich über dem erwarteten Produktivitätszuwachs – und auch weit über der Teuerungsrate. „Die 2,3 Prozent verschaffen den Beschäftigten also ein reales Plus im Geldbeutel, ohne Arbeitsplätze zu gefährden“, so Lambusch.

Die Konjunkturkurve gehe in diesem Jahr nicht nach oben, sondern bewege sich zur Seite. Die Euro- und Schuldenkrise mache nach wie vor Probleme beim Export. „Vor diesem Hintergrund lautet unser oberstes Ziel, Beschäftigung zu sichern. Dass es trotzdem eine Entgeltsteigerung geben soll, haben wir immer gesagt“, so Lambusch. Mit 2,3 Prozent blieben die Arbeitgeber verlässlich und fair.

Das Angebot bezieht sich auf eine Laufzeit von 13 Monaten (1. Mai 2013 bis 31. Mai 2014). Die Erhöhung komme jedoch erst ab 1. Juli. „Damit berücksichtigen wir, dass die Unternehmen immer noch die Tariferhöhung aus 2012 zu schultern haben, mit 4,3 Prozent war der letzte Abschluss der höchste seit 20 Jahren“, sagte Lambusch. Jenseits des Angebots strebe Nordmetall weiterhin eine längere Laufzeit an, um den Unternehmen in wirtschaftlich unsteten Zeiten Planungs-sicherheit zu geben. Lambusch hofft auf eine zügige Einigung.

Wie schnell das gelänge, liege jetzt an der IG Metall. Die für Anfang Mai angekündigten Warnstreiks sieht Nordmetall nicht als Reaktion auf das Angebot: „Die Aktionen der Gewerkschaft sind seit Wochen geplant. Sie sind vermutlich für eine Lösung notwendig, aber sachlich nachvollziehbar sind sie nicht“, so Lambusch.

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Das Lösungspaket der Arbeitgeber finden Sie unten im PDF, eine Erläuterung des Angebots sehen Sie auch in unserem Video.