31.5.16: MINT-Lücke immer größer. Lambusch fordert: „Bildungspolitik muss handeln“

Den Unternehmen in Deutschland fehlten im April dieses Jahres 171.400 Arbeitskräfte im so genannten MINT-Bereich, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dies waren 25 Prozent mehr als noch im April 2015 und 70 Prozent mehr als zu Beginn des Jahres 2014.

In sechs von zehn Fällen werden Fachkräfte mit abgeschlossener MINT-Ausbildung gesucht. Auch MINT-Akademiker für die bevorstehende Digitalisierung sind Mangelware, vor allem in den ländlichen Bereichen in den norddeutschen Flächenländern.

Dies sind die Ergebnisse des MINT-Reports, der zweimal jährlich durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt wird. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“. 

NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch forderte angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse die Bildungspolitiker in Schwerin, Kiel, Hamburg, Bremen und Hannover zum Handeln auf: „Die Politik tut immer noch viel zu wenig, um die digitale Bildung in den Schulen zu stärken. Die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie müssen immer häufiger mit immer größerem Aufwand schulische Defizite in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik in der Berufsausbildung ausgleichen. Schwer tun sich auch viele Hochschulen, um gute MINT-Akademiker auszubilden. Wenn hier nicht rasch intensiv gegengesteuert wird, verliert der deutsche Norden eine Grundvoraussetzung für den Erhalt einer erfolgreichen Industrie.“ In der jüngsten Konjunkturumfrage der norddeutschen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände hatten 36 Prozent der Firmen den Fachkräftemangel als Problem bezeichnet.

Die MINT-Studie finden Sie hier