27.4.16: Metall- und Elektroindustrie weiter Spitze bei Ausbildung

Die Unternehmen der M+E-Industrie halten gegen den bundesweiten Trend die Zahl der Ausbildungsplätze konstant.

Während der am Mittwoch erschienene Berufsbildungsbericht der Bundesregierung von einem „historischen Tief“ bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen berichtet, ist in der M+E-Industrie sogar eine Steigerung zu beobachten.

„Unsere Firmen bieten seit Jahren trotz schwieriger geschäftlicher Lage und stark gestiegenen Lohnkosten unvermindert viele Ausbildungsplätze an“, erklärt Peter Golinski, Geschäftsführer Bildung und Arbeitsmarkt beim Arbeitgeberverband Nordmetall. „Bundesweit ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den letzten fünf Jahren in unseren Berufen sogar um fast zehn Prozent gestiegen“, so der Bildungsexperte.

Als Grund führt er unter anderem hervorragende Berufsaussichten und die sehr gute Bezahlung bereits während der Ausbildung an, etwa in Branchen wie dem Maschinenbau, der Automobilindustrie oder der Luftfahrttechnik. „Viele unserer Unternehmen haben trotz dieses roten Teppichs für die Azubis aber immer größere Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze besetzen zu können“, so Golinski.

Der Arbeitgebervertreter erklärt, dass dies neben dem sinkenden schulischen Niveau insbesondere bei Mathematik und Naturwissenschaften unter anderem auch an der teilweise geringen Mobilität der Azubis läge. Darin bestätigt er den Berufsbildungsbericht. „Viele Mittelständler auf dem platten Land bieten erstklassige Berufschancen, sind aber oftmals kaum bekannt. Wir unterstützen die Unternehmen mit vielfältigen Initiativen dabei, zielgerichtet auf potenzielle Azubis zuzugehen. So bieten wir beispielsweise jedes Jahr allein mit unserem Berufsinformationstruck über 15.000 Schülerinnen und Schülern in Norddeutschland die Chance, die Metall- und Elektroindustrie aktiv kennenzulernen – und zwar mit Bezug auf Ausbildung und Studium“ erläutert Golinski die Aktivitäten der Verbände.