26.12.13: M+E rüstet sich für demografischen Wandel

Nach Ansicht des Arbeitgeberverbands Nordmetall gehen die Unternehmen verantwortungsvoll mit dem demografischen Wandel um. Die Schlussfolgerungen der IG Metall aus einer Betriebsräteumfrage zum bezeichnete Nordmetall dagegen als „Fehlinterpretation“. Die Unternehmen bereiteten sich sehr wohl auf die Herausforderungen des möglichen Fachkräftemangels vor. Die IG Metall Küste wollte mit ihrer Umfrage Argumente für anstehende Gespräche mit den Arbeitgebern sammeln. In der Tarifrunde 2012 hatten sich Nordmetall und IG Metall zu einem Austausch über den demografischen Wandel verpflichtet.

Die Unternehmen hätten ein ureigenes Interesse an ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dazu gehöre auch eine Reaktion auf den demografischen Wandel, hieß es bei Nordmetall. Der Verband begleite die Unternehmen seit einigen Jahren durch eigene geschulte Demografieberater. „Unsere Mitglieder wissen beispielsweise durch unsere Altersstruktur-Analysen sehr gut, was in den nächsten Jahren auf sie zukommt und was sie tun können“, so Nordmetall-Tarifchef Peter Schlaffke. "Statt Alarmglocken zu läuten, sollten wir gemeinsam sachlich und konstruktiv diskutieren, wie man die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auch in demografisch schwierigen Zeiten sichern und stärken kann", sagte Schlaffke.

Die aus Sicht der IG Metall zu geringe Quote bei der Altersteilzeit sei kein Grund zur Sorge, sondern eher ein Beleg für demografiefeste Arbeitsplätze: „Wenig Altersteilzeit bedeutet, dass wenige sie wollen und dass die Arbeit in unserer Industrie für die große Mehrheit bis zum gesetzlichen Rentenalter schaffbar ist“, sagte der Nordmetall-Tarifexperte.

Auch die Sicherung des Fachkräftenachwuchses habe einen hohen Stellenwert. „über 60 Prozent unserer Betriebe bilden aus. 90 Prozent der norddeutschen Metallbeschäftigten arbeiten in Ausbildungsbetrieben. Und die Ausbildungsquote unserer Mitgliedsunternehmen liegt seit vielen Jahren stabil bei 5 Prozent“, so Hans-Günter Trepte, Abteilungsleiter Arbeitsmarkt bei Nordmetall. Die Verbandsmitglieder würden insgesamt über den Eigenbedarf hinaus ausbilden.

Genauso stark engagieren sich die Unternehmen in der Weiterbildung: Rund 82 Prozent der M+E-Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter weiter. Dafür investieren sie rund 870 Euro pro Jahr und Mitarbeiter. Zusammen mit den Ausgaben für Azubis summiert sich das Engagement in die Zukunft der Belegschaften auf 7,5 Milliarden Euro pro Jahr.