19.3.15: Lohnlücke von Frauen und Männern unter 2 Prozent

Zum sogenannten „Equal Pay Day“ am morgigen 20. März erklärt der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, Nico Fickinger: „Anders als in der aktuellen Debatte von der Politik behauptet, beträgt die tatsächliche Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen weniger als zwei Prozent.

Die weiteren 20 Prozent der statistischen Lücke beruhen auf der unterschiedlichen Berufswahl von Frauen und Männern, der höheren Teilzeitquote und längeren beruflichen Auszeiten bei Frauen. Es ist daher falsch, dass gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt wird. Die amtliche Statistik vergleicht Äpfel mit Birnen.“

Es würden einfach alle Frauengehälter und alle Männergehälter in Deutschland zusammengezählt, um dann einen Durchschnittswert zu bilden. Welche Tätigkeiten in welcher Arbeitszeit, in welcher Branche und in welchem Unternehmen, mit welcher Qualifikation und Verantwortung, spiele keine Rolle.

Das Statistische Bundesamt weise selbst darauf hin, dass die Einkommensunterschiede in erster Linie durch Berufswahl und die gewählten Arbeitszeit entstehen. Würden zudem auch familienbedingte Erwerbsunterbrechungen mit einberechnet, schwinde die Lücke fast vollständig.

„Zunächst sind Eltern und Lehrer gefragt, die Mädchen motivieren, öfter Berufe in der Industrie zu wählen“, so Fickinger. Ein Metall-Azubi verdiene im  Herz der Wirtschaft schon im ersten Lehrjahr 957 Euro im Monat. Aber auch die Politik sei gefragt: Kinderbetreuung müsse sich noch mehr an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientieren.