6.2.15: Keine gemeinsamen Rezepte für Labskaus und Maultaschen

Tarifrunde: Arbeitgeber fordern Einlenken der Gewerkschaft.

Die Nordmetall-Arbeitgeber fordern von der IG Metall Küste ein Ende der Warnstreiks. Schon vor neun Tagen sei gemeinsam ein neuer Verhandlungstermin vereinbart worden. „Im Internet zeigt sich mittlerweile auch schon Kritik von Arbeitnehmern an den Arbeitsniederlegungen“, so Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. Viele Menschen hätten gerade mit Blick auf einige schwächelnde Betriebe und die labile Wirtschaft kein Verständnis für die von langer Hand geplanten Warnstreiks.

„Einfach immer weiter mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen, führt nicht zum Ziel“, so Lambusch. Warnstreiks seien Symbolpolitik ohne Interesse an Ergebnissen. Die IG Metall müsse einlenken. „Nordmetall ist bereit, gemeinsam mit der Gewerkschaft zu überlegen, wie wir den Fachkräftemangel lindern, Ältere länger in Unternehmen halten und Jüngere noch besser weiterbilden können.“

Den Vorwurf, Nordmetall bleibe hinter dem Angebot der Arbeitgeber in Baden-Württemberg zur Bildungsteilzeit zurück, wies Lambusch zurück: „Der Südwesten war schon bei den früheren Regelungen zur Qualifizierung kein Maßstab für den Bezirk Küste und wird es auch künftig nicht sein. Die Betriebe und Beschäftigten in Norddeutschland brauchen eine norddeutsche Lösung. Für Labskaus und Maultaschen gibt es keine gemeinsamen Rezepte.“

Dass es zurzeit keinen Tarifvertrag zur Qualifizierung mehr gebe, hätten die Beschäftigten der IG Metall zu verdanken, die diesen Vertrag ohne Not gekündigt habe.

überhaupt nicht nachvollziehen können die Arbeitgeber die Gewerkschaftskritik an der Lohnzahl. „Mager ist allenfalls das Wirtschaftswachstum, aber nicht unser Angebot“, sagte Lambusch. Selbst nach Berechnungen gewerkschaftlicher Wirtschaftsforscher wären dieses Jahr nur 1,8% drin. Die angebotenen 2,2 Prozent seien fair für alle.

Die nächste Tarifverhandlung findet am kommenden Donnerstag, 12. Februar 2015, im Hamburger Hotel Empire Riverside statt.