5.1.16: Jahresrückblick des Arbeitskreises Entwicklung und Konstruktion

Aus Anlass des Jahresbeginns ein kurzer Rückblick auf die Themen des vergangenen Jahres und ein kurzer Ausblick, was die Teilnehmer des Arbeitskreises in 2016 erwartet.

Bei der Firma 3D ICOM hat uns Dr. Schmelzer einprägsam vermittelt, dass selbst die Zulassung „einfacher Küchenbretter“ in der Luftfahrtbranche mit diversen Stolpersteinen versehen ist. Herr Professor Schelberg/ HAW referierte über die strategische Einführung von PLM-Systemen. Zum Vortrag über Funktionsmodelle von Herrn Grundel / HSU trage ich noch die Folie „The Gap – ein großer Sprung“ in besonderer Erinnerung: Hat man die verschiedenen Haupt- und Teilfunktionen eines Geräts (z.B. beim Cappuccinokocher) bereits analytisch ermittelt, ist es für den Konstrukteur eine besondere Herausforderung, die Lücke vom Funktionsmodell zur mechanischen Baustruktur zu schließen.

Unser Treffen bei Professor Krause an der TU Hamburg Harburg war ein fachliches Highlight. Im Rahmen von parallelen Workshops beschäftigten wir uns mit Methoden zur Entwicklung modularer Produktfamilien sowie mit der Strukturanalyse und Versuchstechnik. Spannend war die interaktive Kurzumfrage von Frau Eilmus/ Odego GmbH zur Variantenvielfalt und Modularisierung, bei der wir unsere Ergebnisse sofort auf der Leinwand sehen konnten. Besonders einprägsam ist, wie hoch betriebliche „Komplexitätskosten“ sein können. Es wurde gefordert, die betrieblichen Komplexitätskosten möglichst gut zu quantifizieren, um die hohe Variantenvielfalt, zu der man sich gern verleiten lässt, konsequent eindämmen zu können. Die abendliche Mittsommer-Stimmung beim anschließenden Umtrunk trug dazu bei, dass uns die Grillwürstchen besonders gut schmeckten.

Die Herren Fleitmann und Rach der NUTECH GmbH erläuterten unserem Arbeitskreis die Vor- und Nachteile des Laserschweißen und –schneidens. Im Firmenrundgang sahen wir Fertigungsbeispiele mit unterschiedlichsten Geometrien und Werkstoffen. Besonders beeindruckt hat mich, dass Lagersitze mit dem Laser so maßgenau aufgehärtet werden können, dass eine mechanische Nachbearbeitung entfällt. Nach einem interessanten Vortrag von Herrn Henck zum Vorschlagswesen der Fa. Mankenberg arbeiteten wir in drei parallelen Workshop-Gruppen. Zur betrieblichen Ideenfindung erarbeiteten wir zwei zentrale Fragestellungen:

  • Wie baue ich eine funktionierende Wissensdatenbank auf?

  • Wie erreicht man ein dauerhaftes Klima, in dem Mitarbeiter Ideen einreichen?

Zum Jahresende waren wir bei der Firma YXLON. Herr Grotkopp stellte ein neuartiges Röntgengerät vor, welches wegen seines hohen Innovationsgrads von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) finanziell bezuschusst wurde. Die Neuartigkeit des Geräts besteht darin, dass die User weniger Wissen benötigen, weil diverse Röntgenparameter vom System automatisch eingestellt werden. Auch die neuartige Smart-Touch-Oberfläche wird von den Anwendern sehr geschätzt. Anschließend erläuterte Dr. Lohmann die Förderprinzipien der IFB. Da sich die montierten Röntgengeräte an der Zollgrenze nicht durchleuchten lassen, beeindruckten insbesondere die betrieblichen Sicherheitsvorkehrungen des „Bekannten Versenders“.

Als Ausblick für das Neue Jahr möchte ich nicht allzu weit vorgreifen, damit es spannend bleibt. Auf jeden Fall werden wir uns wieder in gewohnter Form zu ähnlichen Themen treffen. Als „neue“ Themen habe ich das Ideenmanagement, die Komplexitätskosten und die modularen Produktstrukturen auf dem Schirm.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten und erfolgreichen Start ins neue Jahr!

 

Ihr Armin Bossemeyer