6.6.14: Immer mehr "lütte Ingenieure"

Erfolgreiches Schulprojekt geht in die nächste Runde. Landesregierung und Wirtschaft aus Schleswig-Holstein wollen Schüler zu Fachkräftenachwuchs machen.

Wie hängt der Kohlendioxid-Gehalt im Klassenraum mit der Konzentration von Schülern zusammen? Und wieso kann man mit Quiz-Fragen ein wackliges Labyrinth balancieren? Es klingt seltsam, macht aber neugierig, womit sich Schüler aus Schleswig-Holstein in den vergangenen 12 Monaten beschäftigt haben.

170 Schüler von acht Schulen im Land haben in den vergangenen 12 Monaten als „lütte Ingenieure“ geglänzt. Im Projekt „lüttIng.“ wurden sie zu Erfindern, Forschern und Konstrukteuren. Ihre Schulen hatten sich 2013 mit Ideen für eine Schüler-Technik-Akademie beworben und wurden von einer Jury ausgewählt. Bis zu 5.000 Euro Förderung gab es für jede Schule, finanziert vom Arbeitgeberverband Nordmetall, dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft sowie der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung. Am 5. Juni stellten alle Schulen ihre Projekte im Audimax der FH Kiel vor – unter den Gästen auch Bildungsministerin Waltraud Wende.

Das besondere an „lüttIng.“ ist die Vernetzung von Schulen mit Wirtschaft und Wissenschaft. Denn jede Schule musste die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen und einer Hochschule vorweisen. „In diesem Dreieck gelingt es unserer Erfahrung nach besonders gut, Naturwissenschaften und Technik für junge Schüler erlebbar, spannend und somit nachvollziehbar zu machen “, so Thomas Küll von Nordmetall.

In weiteren Projekten ging es um den Salzgehalt in Wattmulden oder den Bau einer Windturbine. Am Gymnasium Kronshagen suchten die Schüler nach Verbesserungsmöglichkeiten für Lautsprecher. Partner waren die Uni Kiel und die Firma ELAC Electroacustic.

„Es war eine Freude zu erleben, wie die Schülerinnen und Schüler das lüttIng.-Projekt zum Leben erweckten“, sagt der Kronshagener Lehrer Afshin Farokhi. Projektkoordinatorin Sabine Petersen war begeistert von den Besuchen der Jury in den Schulen: „Wir haben gesehen, dass lüttIng. den Unterricht lebendig, interaktiv und praxisorientiert macht.“

Die Projektinitiatoren hatten den Lehrern und Schülern zusätzlich zur finanziellen Förderung auch Workshops zum Projektmanagement angeboten. Die positiven Rückmeldungen der Schulen, aber auch der Betriebe nimmt Nordmetall zum Anlass, „lüttIng.“ gemeinsam mit dem Bildungsministerium auch im kommenden Schuljahr fortzusetzen. Neun Schulen haben sich für die neue Runde beworben. In den nächsten Tagen werden sie Post von der Jury bekommen, ob sie dabei sind.

Kerstin Langer vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft hat schon ein paar spannende Anträge verraten: „Da geht es zum Beispiel um die Restauration eines Oldtimers oder auch ein selbstgebautes Energie-Modellhaus. Wir freuen uns sehr darüber, dass uns die Schulen auch für den kommenden Jahrgang wieder solch tolle Projektideen vorgestellt haben!“

Durch die Qualität der Projektergebnisse im vergangenen Jahr haben sich auch dauerhafte Kooperationen entwickelt. So will das Nordmetall-Mitgliedsunternehmen ELAC auch im kommenden Durchgang wieder mitmachen.