27.4.16: Blockadehaltung und Streikandrohung helfen den Arbeitnehmern nicht weiter

Vor der dritten Verhandlungsrunde an diesem Donnerstag in Lübeck hat NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch die IG Metall aufgefordert, ihre Blockadehaltung im aktuellen Tarifkonflikt aufzugeben.

„Weder eine Verweigerungshaltung noch eine Drohung mit Warnstreiks helfen der M+E-Industrie und ihren Arbeitnehmern weiter. Statt ihre Mitglieder für den 1. Mai zu mobilisieren und sogar schon einem unbefristeten Arbeitskampf das Wort zu reden, sollte die Gewerkschaft auf den Boden der Tatsachen zurückkehren und erst einmal ernsthafte Kompromissmöglichkeiten zwischen unserem Angebot und ihrer Forderung ausloten“, erklärte Lambusch.

Die Arbeitgeber der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie hatten in der zweiten Verhandlung Mitte April eine Entgeltsteigerung von 1,2 Prozent für 12 Monate als Verhandlungsbasis vorgelegt. Die IG Metall hatte daraufhin das Treffen nach einer halben Stunde abgebrochen und jedes weiterführende Gespräch über das Angebot abgelehnt.

„Die Gewerkschaftsmitglieder wissen sehr wohl, dass es nicht darauf ankommt, was auf den Fahnen steht, sondern was am Ende beim Abschluss herauskommt“, so Lambusch. „Nach Abzug der Inflation bedeutet unser Angebot ein Reallohnplus von fast einem Prozent – bei labiler Konjunktur, bröckelnden Aufträgen und wachsenden weltweiten Risiken.“

Der NORDMETALL-Verhandlungsführer bedauert, dass durch die Blockadehaltung eine friedliche Einigung immer schwieriger werde. Inhaltlich gebe es ohnehin keinen Grund für die Proteste: „Allein seit 2012 ist das tatsächliche tarifliche Jahresentgelt der M+E-Mitarbeiter im Durchschnitt um 1475 Euro (*) gestiegen. Das Durchschnittseinkommen norddeutscher Metaller liegt inzwischen auf einem historischen Höchststand von fast 51.300 Euro im Jahr. Mit unserem Angebot würde es auf den neuen Rekordwert von fast 52.000 Euro klettern“, erklärte der NORDMETALL-Präsident. „Einen Umverteilungsbedarf kann ich hier nicht erkennen – wohl aber die Gefahr, dass wir Teile unserer Produktion ins kostengünstigere Ausland verlieren werden, wenn wir bei den Löhnen die Bodenhaftung verlieren.“

(* inkl. Weihnachts- u. Urlaubsgeld, Einmalzahlungen und Pauschalen)


Hinweis: Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am Donnerstag, 28.04.2016 um 11 Uhr in den Media Docks, Willy-Brandt-Allee 31a,  23554 Lübeck.  NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch und  Hauptgeschäftsführer Dr. Nico Fickinger stehen nach den Gesprächen für O-Töne zur Verfügung.