31.10.13: Azubi Energy: Die Jüngsten sind die Besten

Die Sieger im NORDMETALL-Wettbewerb stehen fest: Manchmal braucht es keine Berufserfahrung oder ein langes Studium, um auf geniale Ideen zu kommen. Auszubildende aus der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie haben jetzt wieder bewiesen, dass sie ihre Chefs mit eigenen Innovationen richtig überraschen können. Zu erleben war dies heute beim Finale des Wettbewerbs „Azubi Energy“ in Hamburg.

Zum zehnten Mal riefen die Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord ihre Mitgliedsunternehmen auf, Azubi-Teams zu bilden und mit neuen Erfindungen ins Rennen zu schicken. Zehn Teams aus dem ganzen Norden hatten sich zum Finale angemeldet. Jedes besteht aus drei bis sechs Azubis und einem Ausbilder. In den letzten vier Monaten sollte ein Werkstück, eine Maschine oder sogar eine kleine Produktionsanlage gebaut werden, die es so noch nicht im Unternehmen gibt. Von der Planung über die Kalkulation bis zur Fertigung sollten die Azubis im Team alles selbst schaffen. Bis gestern musste alles fertig sein. Denn heute wurden die Konstruktionen in der Lehrwerkstatt des Mercedes-Benz-Werks in Hamburg-Harburg ausgestellt und einer Jury aus Ausbildern, Professoren und Weiterbildungs-Experten präsentiert.

Platz 1 teilen sich die Azubis des Wedeler Papiermaschinenherstellers E.C.H. Will sowie das Team aus dem Mercedes-Benz-Werk Hamburg. Das Will-Team hatte eine Bandschleifmaschine entwickelt, mit der Transportbänder so abgeschliffen werden können, dass sie selbst an empfindlichsten Papieren keine Markierung hinterlassen. Der Daimler-Nachwuchs konstruierte einen Automaten, der die Restfeuchtigkeit eines Kunststoffgranulats misst, das für Spritzgussteile im Karosseriebau benutzt wird. Die jungen Autobauer holten damit zum dritten Mal in Folge den Titel.

Den zweiten Preis erhielten die Azubis von ThyssenKrupp Fahrtreppen und ThyssenKrupp Aufzüge aus Hamburg, die eine neuartige Pflegemaschine für Aufzugseile gebaut haben.

Auf Platz 3 landeten die Vertreter von Jungheinrich in Norderstedt mit einer Transportsicherung für Flurförderwagen, mit der kippgefährdete Ware im Einzelhandel sicherer in die Regale geladen werden kann.

Diese drei Teams erhielten Gutscheine für eine mehrtägige Gruppenreise innerhalb Europas bzw. Deutschlands.

Die Teilnehmer kommen aus so verschiedenen M+E-Branchen wie dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, der Automobilindustrie oder dem Schiffbau. Ihre Aufgabe war es, eine Lösung zu entwickeln, die die Fertigung des eigenen Betriebs verbessert oder erleichtert. „In der Metall- und Elektroindustrie bekommen junge Menschen eine der besten Ausbildungen weltweit mit einer der höchsten Vergütungen in Deutschland“, so Dr. Thomas Klischan, Hauptgeschäftsführer von Nordmetall und AGV Nord. „Bei Azubi Energy erleben wir, welche Talente wir schon unter den Jüngsten in den Betrieben haben. Diese wollen wir weiter motivieren und an Bord halten“, sagte Klischan bei der Preisverleihung im Mercedes-Benz-Werk Harburg.

Die Jury ehrte mehrere Teams mit Sonderpreisen für herausragende Leistungen in einzelnen Bereichen:

Der Preis für die beste Idee ging an die Azubis des Lübecker Ventileproduzenten Mankenberg für eine „O-Ring-Prüfmaschine“. Den Sonderpreis „Qualität“ erhielt das Team von Webasto Thermo & Comfort aus Neubrandenburg für eine Steckerschneidvorrichtung. Für ein besonderes Kostenbewusstsein geehrt wurden die jungen Mitarbeiter von Caterpillar Motoren aus Kiel für eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Zylinderköpfen. Und den Sonderpreis „Eigeninitiative“ erhielten die Azubis der Stralsunder Schiffbaugesellschaft für ein mobiles Schiffshorn.

Schließlich verlieh die Jury noch zweimal den „Jubiläumspreis 10 Jahre Azubi Energy“ an die Teams von Jenoptik ESW aus Wedel (neuer Messstand zur Prüfung von Druckmessdosen) und Nordex Energy aus Rostock (voll funktionsfähiger Nachbau einer Windenergieanlage).

Die Gewinner der Sonderpreise können sich über einen zweitägigen Ausflug nach Berlin freuen.