28.1.16: „Abgehobene Forderung“

Der Arbeitgeberverband Nordmetall kritisiert die heute bekannt gegebene Forderungsempfehlung der IG Metall Küste für die Tarifrunde 2016 als „abgehoben.“

„5 Prozent mehr Lohn zu fordern, entbehrt jeder Grundlage und gefährdet viele Unternehmen“, reagierte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch, der ab März zum vierten Mal die Verhandlungen für die norddeutschen Metallarbeitgeber führen wird.

Mit einer derartig überhöhten Forderung ignoriere die Gewerkschaft die wirtschaftlichen Fakten: „Die Produktivität in der Metall- und Elektroindustrie ist seit 2008 um lediglich 2 Prozent gestiegen, die Lohnkosten aber um 20 Prozent“, erklärt Lambusch. „Diese Schere klafft immer weiter auseinander. Das hält kein Standort auf Dauer aus.“ Auch die Aussichten für 2016 seien alles andere als rosig. Die Experten rechneten für dieses Jahr selbst im optimistischen Fall mit nur 1 Prozent Wachstum in der Metall- und Elektroindustrie. „Und das Wachstum findet fast ausschließlich im Ausland statt“, berichtet der Nordmetall-Präsident.

Gleichzeitig nähmen die Belastungen und Risiken für die Unternehmen permanent zu. „Es gibt immer neue Einschränkungen und Zusatzkosten durch überflüssige Gesetze, Probleme in vielen Absatzmärkten, wachsenden politischen Protektionismus, weltweite Krisen und Kriege. Dies alles ist Gift für unsere Industrie, die Unternehmen und ihre Beschäftigten.“

Lambusch fordert, alles zu vermeiden, was die Unternehmen noch stärker belaste. „Für Höhenflüge ist jetzt wirklich der falsche Zeitpunkt. Die IG Metall sollte Bodenhaftung bewahren und mithelfen, dass wir gemeinsam die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen wieder verbessern. Wir müssen Maß halten, wenn wir den Standort halten wollen.“