9.12.16: Strategie der Kultusministerkonferenz "Bildung in der digitalen Welt"

Die Strategie formuliert Handlungsfelder für Länder, Bund, Kommunen und Schulträger sowie Schulen. Sie kündigt an, dass die Länder in verschiedenen Handlungsfeldern in Zusammenarbeit mit allen anderen Akteuren zügig nächste Schritte zur Umsetzung des digitalen Lernens einleiten werden.

Folgende Handlungsfelder werden genannt:

  • Aufgabe der Länder ist es, in den Bildungsplänen der verschiedenen Unterrichtsfächer die angestrebten digitalen Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler als Bildungsziele zu verankern.
  • Eine gemeinsame Aufgabe von Ländern, Bund und Schulträgern besteht darin, eine funktionssichere und leistungsfähige digitale Infrastruktur für Schulen sowie Schülerinnen und Schüler aufzubauen.
  • Zugleich werden die Länder Aus- und Fortbildungsprogramme für die Lehrerinnen und Lehrer ausarbeiten und umsetzen. Gemeinsam müssen Länder und Bund zahlreiche rechtliche Fragen des Datenschutzes und des Urheberrechtes klären.
  • Die Länder müssen in der Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Bereich digitaler Medien wie zum Beispiel Software-Entwicklern und Schulbuchverlagen die Entwicklung und Gestaltung anwenderfreundlicher und für den Unterricht geeigneter Lernprogramme voranbringen.
  • Zuletzt gilt es, digitales Lernen in Schule und Unterricht mit digitalen Lernplattformen und digitaler Schulverwaltungssoftware zu verbinden.

Die KMK benennt ebenfalls einen Kompetenzrahmen verbindlicher Anforderungen für die Bildung in der digitalen Welt. Ziel soll es sein, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2018/19 in die Grundschule eingeschult werden oder in die Sekundarstufe I eintreten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen erwerben sollen. Dies soll somit ab 2026 umgesetzt sein. Der Rahmen umfasst sechs Kompetenzbereiche:

  • Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
  • Kommunizieren und Kooperieren
  • Produzieren und Präsentieren
  • Schützen und sicher Agieren
  • Problemlösen und Handeln
  • Analysieren und Reflektieren

Damit werden digitale Kompetenzen zum integrativen Teil der Fachcurricula aller Fächer.

Die beruflichen Schulen nehmen die technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen aus der Digitalisierung im Unterricht auf.

Die mit der Digitalisierung verbundenen Entwicklungen, wie z.B. Internet der Dinge, Industrie 4.0, Wissensmanagement, digitales Bauen oder eCommerce werden in den Bildungsplänen der Länder berücksichtigt.

Auch für die Hochschulen werden Anforderungen und Handlungsbedarfe formuliert. Diese werden für die folgenden Themenfelder bzw. Personengruppen konkret ausgeführt: Lehre, Lehrende, Studierende, Curriculum, Open Educational Resources (OER), Qualitätssicherung, Unterstützung der Lehrenden, Ausstattung und Anbindung, Hochschulstrategie und Vernetzungen.

Insgesamt kann die Strategie einen wichtigen Beitrag leisten, um die digitalen Kompetenzen junger Menschen in Schule und Hochschule systematisch und verbindlich zu fördern. Angesichts der zunehmenden Bedeutung digitaler Medien und Technologien in Alltag und Arbeitswelt ist dies ein zentrales Element der künftigen Fachkräftesicherung.

Die Strategie ist in einem stakeholderorientierten Prozess erarbeitet worden, dieses Vorgehen ist eine Premiere für die KMK. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat sich aktiv an der Erarbeitung der Strategie beteiligt.

Sie können die Strategie hier als PDF herunterladen.