8.12.16: PISA-Studie 2015 erschienen

Insbesondere vor dem Hintergrund des MINT-Fachkräftebedarfs sind die Ergebnisse bedenklich

An der sechsten Studie des "Programme for International Student Assessment" (PISA) nahmen 2015 in Deutschland 253 Schulen mit 10.500 Schülerinnen und Schülern teil. Die Aufgaben aus den Bereichen Naturwissenschaften (Schwerpunkt), Mathematik und Lesen werden weltweit von Schülern in 73 Ländern bearbeitet. Bei PISA 2015 werden nach 2006 zum zweiten Mal die naturwissenschaftlichen Kompetenzen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler als Schwerpunkt getestet. Neu ist, dass die Testaufgaben komplett computerbasiert bearbeitet wurden.

Die fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland erzielen in allen drei Erhebungsbereichen nach wie vor deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegende Leistungen. Das Durchschnittsergebnis in den Naturwissenschaften ist gegenüber 2006 weitgehend unverändert, im Vergleich zu 2012 jedoch verschlechtert.
Die Lesekompetenz hat sich seit 2000 stetig verbessert, während sich die Ergebnisse in Mathematik nicht wesentlich verändert haben. Leistungsrückgänge finden sich allerdings am Gymnasium, zudem ist die Disparität zwischen Mädchen und Jungen in den Naturwissenschaften gewachsen, auch bezüglich des Anstrebens beruflicher Perspektiven im MINT-Bereich.

Als Wirtschaftsstandort mit MINT-Nachwuchsbedarf kann Deutschland mit dem Ergebnis daher nicht zufrieden sein.

Insbesondere vor dem Hintergrund des MINT-Fachkräftebedarfs sind die Ergebnisse bedenklich. Aktuell fehlen in Deutschland 212.000 Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Denn Ende Oktober 2016 waren dort insgesamt rund 400.000 Stellen zu besetzen, bei nur knapp 200.000 arbeitslosen Personen, die in diesem Bereich arbeiten wollen. Die Arbeitskräftelücke ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 8,9 Prozent gestiegen – ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011.

Dabei fehlen vor allem Nicht-Akademiker: Der Anteil von Facharbeitern, Meistern und Technikern an der gesamten MINT-Arbeitskräftelücke liegt bei 66 Prozent. Denn während der Anteil der MINT-Fächer an allen Hochschulabsolventen von 31,3 Prozent im Jahr 2005 auf 35,0 Prozent im Jahr 2014 gestiegen ist und die Studienabsolventenquote von 21,1 Prozent auf 31,0 Prozent deutlich zugenommen hat, ist der Anteil der 35- bis 39-Jährigen mit einer MINT-Berufsausbildung von 24 auf 20,5 Prozent gesunken. Bei den 30- bis 34-Jährigen sank der entsprechende Anteil im selben Zeitraum von 22,3 Prozent auf 18,8 Prozent.

NORDMETALL setzt sich weiterhin dafür ein, MINT-Bildung zu stärken und den MINT-Nachwuchs zu sichern. Beispielsweise mit unserem Club nordbord für interessierte Jugendliche, durch die Exzellenz-Auszeichnung "MINT-Schule" als Vernetzung von Schulen , die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik Bestes zu bieten haben und als Leuchttürme Vorbilder für andere sind und in zahlreichen bildungspolitischen Gremien, in denen wir aktiv mitarbeiten. 

Die offizielle PISA-Zusammenfassung sowie weitere Informationen erhalten Sie hier.