7.10.16: Lambusch zur Entgeltgleichheit: "Gerade noch vertretbarer Kompromiss"

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat den im Koalitionsausschuss gefundenen Kompromiss zur Entgeltgleichheit unter den gegebenen Umständen als gerade noch vertretbar bewertet. 

Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch lobte insbesondere die Erleichterungen für tarifgebundene Betriebe, dennoch sei das geplante Gesetz insgesamt überflüssig und unnütz. "Bundesministerin Manuela Schwesig produziert damit bloß einen teuren Placeboeffekt - teuer, weil die Prüf- und Auskunftspflichten viele Betriebe zusätzlich Zeit und Personal kosten, und Placebo, weil das Gesetz nicht an den Ursachen der Entgeltunterschiede ansetzt und deshalb die Lage der Frauen kaum verändern wird."

"Wer wirklich helfen will, die Entgeltlücke zu schließen, muss junge Frauen ermuntern, mehr gut bezahlte MINT-Berufe zu wählen und nach einer Babypause schneller in den Beruf zurückzukehren", erklärte Lambusch weiter. "Die Metall- und Elektroarbeitgeber im Norden werben deshalb schon seit Jahren mit ihren Info-Trucks und einer Vielzahl von Schülerprojekten für naturwissenschaftlich-technische Berufe, sie fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitszeit-Modelle, und sie bieten in ihren Tarifverträgen eine Top-Bezahlung, die nicht nach Geschlechtern unterscheidet."

Die Politik könne und solle die Bemühungen der Arbeitgeber unterstützen, "indem sie für ein bedarfsgerechtes Angebot an Kita-Plätzen sorgt - vor allem aber, indem sie aufhört, Entgeltunterschiede zu skandalisieren, die zum allergrößten Teil auf individuelle Berufswahl- und Verhaltensentscheidungen der Frauen zurückzuführen sind. Die Unternehmen hierfür pauschal an den Pranger zu stellen, ist nicht sachgerecht, ja sogar kontraproduktiv und bringt uns in der ansonsten hilfreichen Debatte nicht weiter."