6.9.19: Kein Arbeitsverhältnis bei „Crowdworking“

LAG Hessen: Die Beschäftigung von „Crowdworkern“ begründet kein Arbeitsverhältnis.

Mittlerweile hat die „neue“ digitale Arbeitswelt immer mehr die Arbeitsgerichte erreicht. Das Landesarbeitsgericht Hessen hat sich mit dem neuen Phänomen des Arbeitsrechts 4.0 – der Beschäftigung von „Crowdworkern“ – befasst. Unter „Crowdworking“ wird verstanden, dass ein Unternehmen anfallende Arbeitseinsätze über das Internet an betriebsfremde Dritte vergibt; es handelt sich dabei um eine Art von digitalem Outsourcing.

Das LAG Hessen kommt in seinem Beschluss zu der Annahme, dass es sich bei „Crowdworkern“ zwar um eine neue Beschäftigungsform handele, das zugrunde liegende  Vertragsverhältnis aber dennoch anhand des althergebrachten Arbeitsrechts zu beurteilen sei. Danach seien „Plattformarbeiter“ arbeitsrechtlich gesehen keine neue und eigenständige Form von Arbeitnehmern. Auch bei ihnen komme es auf die allgemeinen Abgrenzungskriterien für eine Arbeitnehmereigenschaft gemäß § 611 a Abs. 1 BGB an. In aller Regel werde man von einem freien Vertragsverhältnis ausgehen können, wenn registrierte User bzw. Mitarbeiter ihre Arbeitsleistung über die Plattform möglicherweise weltweit anbieten und die ausgeschriebenen Aufgaben nach Zuschlag ortsunabhängig abarbeiten würden.

LAG Hessen, Beschluss vom 14.02.2019 - 10 Ta 350/18 -