6.7.16: Ausbildung für Anlagenmechaniker SHK modernisiert

Auch im Bereich Sanitär, Heizung, Klima hält die Digitalisierung Einzug. Vernetzte Systemtechnik wie Smart Home-Systeme und das Thema Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung.

Nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung, neue Systeme für das Management von Gebäuden, deren Installation und die entsprechende Kundenberatung sind stärker gefragt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat daher gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im Auftrag der Bundesregierung die dreieinhalbjährige handwerkliche und industrielle Ausbildung der Anlagenmechaniker/-innen für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) modernisiert. Die neue Ausbildungsordnung tritt zum 1. August in Kraft.

Das Thema Gebäudemanagementsysteme ist neu im Ausbildungsrahmenplan. Angehende Anlagenmechaniker/-innen SHK erwerben insbesondere umfassende Kenntnisse über Regelungs-, Gebäudeleit- und Datenaustauschsysteme sowie über Möglichkeiten der Fernüberwachung von Gebäuden; sie lernen, hierüber die Kunden zu beraten und die entsprechenden Systeme zu installieren. Dazu gehört auch, gerätespezifische Software, zum Beispiel Apps, anzuwenden. Dabei gilt es, gewerkeübergreifende Zusammenhänge und die Anforderungen an energetische Gebäudestandards und Energieeffizienz zu berücksichtigen; das Haus wird hierbei als energetisches Gesamtsystem gesehen.

Eine größere Bedeutung bekommt künftig die Durchführung von Hygienemaßnahmen bei Trinkwasser-, Brauchwasser- und Lüftungssystemen; auch die Kundenberatung über Hygienerisiken ist Teil der modernisierten Ausbildung. Verschärfte Vorschriften, moderne Techniken und anspruchsvollere Systeme sind der Grund, dass es erstmals eine entsprechende eigene "Berufsbildposition", also eine Festschreibung eines charakteristischen Ausbildungs- und Berufsinhalts gibt.

Die modernisierte Ausbildungsordnung umfasst die Einsatzgebiete Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Lüftungs- und Klimatechnik sowie Erneuerbare Energien und Umwelttechnik. Zu den wesentlichen Inhalten der Ausbildung gehören neben den genannten Bereichen unter anderem die Montage und Demontage, Inbetriebnahme und Instandhaltung von ver- und entsorgungstechnischen Anlagen, Systemen und deren Komponenten sowie von Rohrleitungen und Kanälen, die Anwendung von Anlagen- und Systemtechnik sowie das Installieren und Prüfen von elektrischen Baugruppen und Komponenten an diesen Anlagen und Systemen. Bei all diesen Aufgaben und bei der Übergabe an die Kunden samt Einweisung in die Bedienung der Anlagen und Systeme spielt zudem die Kundenorientierung eine große Rolle.

Da der Beruf mit der Neuordnung der Berufsgruppe der Metallberufe zugeordnet ist, erfolgt die schulische Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr künftig mit den industriellen und handwerklichen Metallberufen.
In die Berufsausbildung integriert ist die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten. Diese Bezeichnung darf der/die Anlagenmechaniker/-in dann nach der Ausbildung zusätzlich führen, sofern er/sie vom Betrieb hierzu benannt wird.

Neu ist auch die Prüfungsform der gestreckten Abschluss- oder Gesellenprüfung - je nachdem, ob die Prüfung in der Industrie oder im Handwerk abgelegt wird: Schon vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil der Prüfung - der 30% der Endnote ausmacht und den Bereich Versorgungstechnik betrifft - statt. Teil 2 der Prüfung erfolgt zum Ende der Ausbildung und umfasst die Bereiche Kundenauftrag, Arbeitsplanung, Systemanalyse und Instandsetzung sowie Wirtschaft und Sozialkunde.

Weitere Informationen zur neuen Ausbildungsordnung "Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik" unter www.bibb.de/neue-berufe