4.2.16: Situation auf dem Ausbildungsmarkt: Stand der Nachvermittlung Januar 2016

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Zahlen zur Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt im Januar 2016 veröffentlicht.

Im sogenannten fünften Quartal, dem Berichtszeitraum von Oktober bis Dezember, versuchen zahlreiche Betriebe ihre noch (oder erneut) freien Ausbildungsplätze zu besetzen, und auch viele junge Menschen sind noch (oder erneut) auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Es zeigt sich, dass die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz in der Nachvermittlung sehr gut waren. Die Betriebe haben jedoch zunehmend Rekrutierungsprobleme.

Im Zeitraum Oktober 2015 bis Januar 2016 ist im Vorjahresvergleich die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildung ab Herbst 2016 um rund 1 % gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ist ebenfalls deutlich gestiegen (+7%). Dies geht überwiegend auf mehr betriebliche Berufsausbildungsstellen zurück (+6%). Die Betriebe engagieren sich dafür, durch Ausbildung den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern. Viele Unternehmen erfahren zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Mit der Meldung bei der BA machen sie ihre Ausbildungsbereitschaft sichtbar und verbessern ihre Chancen, zu einem Vertragsabschluss zu kommen. Die Zahl der am 30. September 2015 noch unversorgten Bewerber (20.600) konnte bis Mitte Januar 2016 um 9.300 oder 45 % auf 11.300 reduziert werden. Zum gleichen Zeitraum im Vorjahr gelang dies in ähnlichem Umfang.

Wie jedes Jahr kamen auch in dieser Nachvermittlung zahlreiche Bewerber für einen sofortigen Ausbildungsbeginn neu auf den Ausbildungsmarkt, weil sie beispielsweise eine Ausbildung nicht angetreten, abgebrochen, sich zu spät um einen Ausbildungsplatz gekümmert oder keinen Studienplatz bekommen haben. Bis Mitte Januar meldeten sich 20.000 junge Menschen, die im letzten Beratungsjahr nicht gemeldet waren, nun aber sofort in eine Ausbildungsstelle vermittelt werden wollten. Von ihnen haben 55 % oder 10.900 bereits wieder ein Angebot angenommen.

Die BA weist für die Nachvermittlung auch in diesem Jahr nicht aus, wie sich die zum 30. September 2015 noch unbesetzt gemeldeten Ausbildungsplätze (41.000) weiter entwickelt haben. So kann nicht genannt werden, wie viele davon aktuell noch zur Verfügung stehen. Ausgewiesen wird von der BA lediglich, wie viele weitere freie Ausbildungsplätze bis Mitte Januar 2016 durch das Engagement zur Mobilisierung von Ausbildungsplätzen sowie infolge Nichtantritt oder Vertragslösung während der Probezeit für einen sofortigen Ausbildungsbeginn neu hinzugekommen sind und wie viele davon noch unbesetzt sind: 10.300 solcher Ausbildungsplätze sind neu gemeldet worden, davon sind 4.200 Plätze noch unbesetzt.

Um vor allem schwächere Jugendliche beim Einstieg in Ausbildung zu unterstützen, stellt die Wirtschaft betriebliche Einstiegsqualifizierungen (EQ) bereit. Seit Oktober 2015 sind nach vorläufigen, hochgerechneten Daten bereits 12.100 junge Menschen in eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) eingemündet. 4.100 gemeldete EQ-Stellen waren zum Stichtag im Januar noch unbesetzt.

Insgesamt ist der Ausbildungsmarkt im Januar noch stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.