3.7.15: Umsätze in norddeutscher Metall- und Elektroindustrie stagnieren

Die Konjunktur in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie kommt nicht von der Stelle - so das Ergebnis der neuen Branchenanalyse "Nordradar".

Die Umsätze der Unternehmen im Verbandsgebiet der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord lagen im ersten Quartal des Jahres 2015 auf demselben Niveau wie ein Jahr zuvor (nahezu konstant auf 18,5 Milliarden Euro). Das ist das Ergebnis des „Nordradar“, einer neuen Auswertung fünf einzelner Landesstatistiken mit dem besonderen Fokus auf die Metall- und Elektroindustrie. Durchgeführt wurde die in dieser Form einzigartige Analyse vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Consult) im Auftrag von Nordmetall und AGV Nord.

Während die Inlandsumsätze leicht gesteigert werden konnten, reduzierte sich der Auslandsumsatz um 1,1 Prozent. Mit 91,3 Punkten liegt der Auftragseingangsindex ebenfalls deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

„Unsere aufwändige, wissenschaftliche Analyse bestätigt unsere vorausgegangene Mitgliederumfrage: Es fehlt an Dynamik. Wir brauchen mehr Nachfrage aus dem Ausland und mehr Investitionsstimulierung durch die Politik. Beides lässt auf sich warten“, so Manfred Lehde, Vorsitzender des Allgemeinen Verbands der Wirtschaft Norddeutschlands (AGV Nord). „Die von der Politik umgesetzten und geplanten Belastungen gefährden unsere Wettbewerbsfähigkeit. So wird aus der Seitwärtsentwicklung schnell eine Abwärtsbewegung", so Lehde. 

Nachdem die Umsätze im vierten Quartal 2014 noch deutlich über dem Durchschnitt lagen, sind sie im Januar 2015 förmlich eingebrochen und lagen auch im Februar 2015 deutlich unter dem Durchschnitt des Vorjahres. Im März haben sich die Umsätze zwar wieder erholt, lagen aber insgesamt leicht (- 0,1 Prozent) unter dem Niveau von Anfang 2014.

„Wie verantwortungsvoll unsere Unternehmen mit der unsteten Lage umgehen, zeigen die Mitarbeiterzahlen, die sich trotz allem positiv entwickeln“, so Lehde. Mit 257.402 Personen stieg die Anzahl der Beschäftigten im „Herz der Wirtschaft“ um 1,5 Prozent. Noch stärker ist das monatliche Entgelt je Arbeitnehmer gewachsen. Mit durchschnittlich 3.927 Euro pro Monat erhielten die M+E-Beschäftigten 2,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt als im Vorjahr.
Mit 4,9 Prozent hat sich der Arbeitslosenanteil in den M+E-Berufen weiter verringert. „Das spiegelt das Bemühen unserer Mitgliedsfirmen wider, sich rechtzeitig um genügend Fachkräfte zu bemühen“, sagte der AGV-Nord-Vorsitzende.

Die konjunkturelle Stimmung scheint sich in ganz Deutschland mit Blick auf die wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren aktuell etwas einzutrüben: Die ZEW-Konjunkturerwartungen gingen im Juni 2015 zum dritten Mal in Folge zurück. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai das erste Mal seit Oktober 2014 geringfügig gesunken. „Gründe sind vor allem die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands und die verhaltene Dynamik der Weltkonjunktur“, sagte der AGV-Nord-Vorsitzende. Besonders für Russland mit minus 3 Prozent als auch für China mit „nur“ 6,6 Prozent sind die Wachstumsaussichten schwächer als im Jahr 2014. Als weitere konjunkturelle Risiken werden der frühestens für September erwartete erste leichte „Lift-off“ der US-Leitzinsen seit 2006 sowie die politischen Krisenherde im Nahen Osten und der Ukraine genannt.

Der komplette „Nordradar“-Bericht steht den Mitgliedsunternehmen hier zur Verfügung.

Vertreter/innen der Medien erhalten ihn auf Anfrage – bitte Mail an die Pressestelle.

 

Hier finden Sie alle Vorstandsmitglieder in der Übersicht.

Quelle: NORDMETALL – www.nordmetall.de/news/detailseite/news/4615-lambusch-als-nordmetall-praesident-wiedergewaehlt