3.5.18: Fertigungstechnik Nord in Gadebusch setzt auf Tarifvertrag für die M+E-Industrie

Für die rund 200 Beschäftigten der Fertigungstechnik Nord GmbH in Gadebusch gelten künftig die Tarifverträge der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie. Im Zuge von Tarifverhandlungen mit der IG Metall Schwerin wird das Unternehmen dem Arbeitgeberverband NORDMETALL beitreten. 

Details erläuterten Vertreter von Geschäftsführung, Betriebsrat, Gewerkschaft und Arbeitgeberverband am Donnerstag in einem gemeinsamen Pressegespräch in Gadebusch.

„Die Fertigungstechnik Nord GmbH geht mit gutem Beispiel voran. Arbeitsbedingungen und Bezahlung nach Tarif sind ein Gewinn für die Beschäftigten und helfen dem Unternehmen im zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Gemeinsam mit der Landesregierung und den Arbeitgeberverbänden wollen wir die Tarifpartnerschaft in Mecklenburg-Vorpommern weiter stärken.“

„Der Flächentarifvertrag ist ein freiwilliges Angebot, dass nur dann Verbreitung findet, wenn es für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen attraktiv ist", erklärt Dr. Peter Schlaffke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL. „Die vereinbarten gezielten Anpassungen an die spezifische Situation der Fertigungstechnik Nord GmbH ermöglichen es der Geschäftsführung der Fertigungstechnik Nord GmbH, dem Arbeitgeberverband NORDMETALL zum 1. Juni beizutreten und den Flächentarifvertrag der M+E-Industrie zukünftig anzuwenden."

„Wir haben schon in der Vergangenheit sehr gute Löhne auf Tarifniveau bezahlt, aber mit vielen Prämienanteilen“, erläutert Steffen Timm, Geschäftsführer der Fertigungstechnik Nord GmbH. „Diese Prämien fallen zukünftig weg und mit Einführung von ERA wird die Entlohnung übersichtlicher. Desweiteren haben wir uns in vielen Dingen sehr nah an den Manteltarif angelehnt, was die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat deutlich einfacher und klarer macht. Die Verhandlungen waren teilweise schwierig, aber immer fair. Wir haben eine gute Lösung gefunden, um die für uns notwendige Flexibilität zu erhalten und gleichzeitig als Arbeitgeber noch attraktiver für jetzige und zukünftige Mitarbeiter zu sein. Natürlich müssen die Mehrkosten von bis zu 10 Prozent durch eine höhere Produktivität kompensiert werden.“

Torsten Kusch, Betriebsratsvorsitzender Fertigungstechnik Nord GmbH: „Die Beschäftigten haben sich vor über einem Jahr auf den Weg gemacht und gemeinsam mit der IG Metall viel erreicht. Nach zahlreichen Verhandlungsrunden und einem Warnstreik steht ein fairer Kompromiss, der für die Kolleginnen und Kollegen mehr Geld und für das Unternehmen weiterhin hohe Flexibilität bedeutet.“

Der Tarifabschluss sieht eine stufenweise Einführung der Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie vor. Die Eingruppierung der Beschäftigten in das tarifliche Entgeltsystem muss bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein.