3.5.16: Arbeitgeber kritisieren Warnstreiks der IG Metall: Gefährliche Muskelspiele ohne Bodenhaftung

Der Arbeitgeberverband NORDMETALL hat die Warnstreiks der Gewerkschaft als intellektuellen Offenbarungseid gewertet.

„Die IG Metall macht von Ihren Muskeln übermäßigen Gebrauch, aber leider nicht von ihrem Kopf“, kritisierte NORDMETALL-Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger. Die IG Metall bleibe eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten der Arbeitgeber nach wie vor schuldig und wiederhole bloß gebetsmühlenartig ihre Forderung, die Arbeitgeber müssten nachbessern.  

„Damit ignoriert die IG Metall nicht nur die aktuelle wirtschaftliche Lage, sondern auch die historische Entwicklung.“ Seit 1990 hätten die Beschäftigten bei Metall und Elektro am Ende jeder Tarifrunde im Schnitt ein Reallohnplus von 1,2 Prozent erhalten. Diesmal hätten die Arbeitgeber schon in ihrem ersten Angebot ein reales Plus von 0,9 Prozent geboten. „Für 0,3 Prozentpunkte mehr im laufenden Jahr treibt die IG Metall ihre Mitglieder also in den unbefristeten Arbeitskampf. Das ist kein Beitrag zu einer verantwortlichen Sozialpartnerschaft.“ Die zum Teil mehrstündigen Arbeitsniederlegungen fügten den Betrieben erheblichen Schaden zu und gefährdeten damit Arbeitsplätze in Norddeutschland.  

Die IG Metall müsse in Zeiten von Null-Inflation und Mini-Wachstum auch ihre Positionierung verändern. „Wenn die Forderung immer gleich bleibt, egal wie die wirtschaftliche Lage aussieht, dann werden die Verhandlungen zur Farce“, so Fickinger. Er forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ernsthafte Gespräche über einen tragfähigen Abschluss aufzunehmen. „Am 1. Mai ist viel über Solidarität geredet worden. Wir brauchen jetzt einen Schulterschluss zwischen den Betrieben und Belegschaften, um unsere Branche in unsicheren Zeiten und im härter werdenden Wettbewerb zukunftsfest zu machen. Wie jüngste Ereignisse zeigen, kann sich auf dem Gütesiegel ,Made in Germany‘ alleine niemand mehr ausruhen.“

Veränderungsraten tatsächliches tarifliches Jahresentgelt real