3.3.16: Robuste Arbeitsmarktsituation im Februar 2016

Integration von Flüchtlingen braucht langen Atem, ist aber ein lohnender Weg.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich auch im Februar 2016 weiter robust. Die weitere Entwicklung ist jedoch vor dem Hintergrund zahlreicher konjunktureller Unsicherheiten mit vielen Fragezeichen versehen.

Zu den am 01. März veröffentlichten guten Arbeitsmarktzahlen für den Februar 2016 erklärte in diesem Zusammenhang BDA-Präsident Ingo Kramer: "Wir müssen die weiterhin gute Arbeitsmarktlage nutzen, um Langzeitarbeitslose, aber auch Flüchtlinge mit Bleibeperspektive bestmöglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren."

Die erfreuliche Entwicklung der Arbeitsmarktzahlen ist ein Beleg für die gegenwärtig gute wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen und gleichzeitig für den Wandel des Arbeitsmarktes hin zu einem Bewerbermarkt. Immer mehr Stellenangebote bieten auch vielen älteren Arbeitnehmern und Langzeitarbeitslosen größere Chancen für eine dauerhafte Beschäftigung. Positiv wirkt auch die verstärkte Nutzung entsprechender Hilfsprogramme, wie dem ESF-Bundesprogramm zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit.

Sollten die konjunkturellen Rahmenbedingungen stabil bleiben, können wir tatsächlich in vielen Branchen auch im Frühjahr von einer starken Personalnachfrage ausgehen. Unsicherheiten in einzelnen industriellen Bereichen aufgrund bedenklich niedriger Auftragslagen sprechen jedoch dafür, dass die gegenwärtige positive Arbeitsmarktlage kein Automatismus ist, sondern mit Verzögerung auch immer auf konjunkturelle Veränderungen reagiert.

In Bezug auf die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen erklärte zudem Arbeitgeberpräsident Kramer, man könne davon ausgehen, dass der jüngst eingeführte einheitliche Ausweis für Flüchtlinge und der automatische Datenaustausch zwischen allen beteiligten Behörden wesentliche Grundlage für eine effektive Beschleunigung der Asylverfahren und eine zügige Integration von Flüchtlingen sei.

Mit der notwendigen Beschleunigung der Asylverfahren werden schon bald zahlreiche arbeitssuchende Flüchtlinge die Jobcenter anlaufen. Die Jobcenter müssen vor diesem Hintergrund personell und finanziell gut gerüstet sein, um sie zügig in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen und die Unternehmen dabei gezielt zu unterstützen, Flüchtlinge einzustellen. Zudem müssen die Angebote zur Sprachförderung sofort und den tatsächlichen Bedarfen entsprechend ausgebaut werden und die Instrumente flexibel auch bei flankierendem Sprachförderbedarf einsetzbar sein.
Bei großen wie kleinen Unternehmen ist die Bereitschaft, Flüchtlingen eine Chance zu geben, durchweg hoch. Klar ist aber auch, dass die Integration von Flüchtlingen einen langen Atem braucht.

Dazu meint BDA-Präsident Kramer: "Und in 20 Jahren werden wir rückblickend sagen, wir waren engagiert und realistisch und haben die Chancen bestmöglich ergriffen. Es ist ein schwieriger und steiniger, aber auf jeden Fall lohnender Weg, auf den wir uns alle machen müssen."