30.7.19: Mädchen in M+E-Ausbildungsberufen - Standpunkte TV Juli 2019

Früh informieren und Mädchen stärken. „Wir müssen dahin kommen, dass es nicht nur für junge Männer cool ist, sich zum Erzieher ausbilden zu lassen, sondern auch für Mädchen zur Mechatronikerin.“ 

Dieser Forderung von Oliver Rheinländer, Lead Human Resources bei MENCK, stimmen alle Experten in der neuesten Ausgabe von Standpunkte TV zu, die unter dem Titel „Mädchen in ME-Ausbildungsberufen“ bei Hamburg 1 ausgestrahlt wird.

Vom Rückgang am Interesse an der dualen Ausbildung, gerade bei Mädchen berichtet Silke Störcker, MINT-Botschafterin der Arbeitsagentur Nord. „Deswegen gehen die Berater jetzt schon ab der 7. Klasse in die Schulen, können dadurch mehr erzählen und besser auch für MINT-Berufe werben. Vielleicht müssen wir aber schon in der Kita MINT-Bezüge herstellen“, überlegt die Arbeitsagenturvertreterin. Während es für Oliver Rheinländer in Kaltenkirchen sehr schwierig ist, Azubis für gewerbliche Berufe zu finden, freut sich Nina Römhild, Leiterin Personal bei VINCORION - JENOPTIK Advanced Systems in Wedel, über 40 Prozent weibliche Auszubildende im gewerblichen Bereich. „Wir fördern junge Frauen, stellen Gleichberechtigung und eine große Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicher und haben Programme für Nachwuchsführungskräfte. Aber auch wir sind noch nicht da angelangt, wo wir gern hin möchten“, erklärt die Personalerin. Imke Kuhlmann, Referentin Nachwuchssicherung bei NORDMETALL e. V., betont die Unterstützung der Arbeitgeberverbände. „Die Verbände sind schon früh in der Berufsorientierung aktiv und bieten insbesondere für Mädchen Projekte an, bei denen es neben dem praktischen Kennenlernen von Berufen auch um das Überwinden von Vorurteilen und das Stärken des Selbstbewusstseins geht.“