30.6.15: Erfolgreiches Schulprojekt "lüttIng." geht in die nächste Runde

Immer mehr „lütte Ingenieure“. Landesregierung und Wirtschaft wollen Schüler zu Fachkräftenachwuchs machen.

Was hat eine Hummel mit einem Quadrocopter zu tun? Wie erweckt man einen Oldtimer wieder zum Leben? Und wie baut man eigentlich ein Energiehaus für den eigenen Schulhof? Diese und fünf weitere Projekttitel machen neugierig und geben einen Hinweis darauf, mit welchen experimentellen Aufgabenstellungen sich Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein in den letzten 12 Monaten beschäftigt haben.

170 Schüler von acht Schulen im Land haben in den vergangenen 12 Monaten als „lütte Ingenieure“ geglänzt. Im Projekt „lüttIng.“ wurden sie zu Erfindern, Forschern und Konstrukteuren. Ihre Schulen hatten sich 2014 mit Ideen für eine Schüler-Technik-Akademie beworben und wurden von einer Jury ausgewählt. Bis zu 5.000 Euro Förderung gab es für jede Schule, finanziert vom Arbeitgeberverband Nordmetall, dem Ministerium für Schule und Berufsbildung sowie der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung. Am 1.7. stellten alle Schulen ihre Projekte im Audimax der FH Kiel vor – unter den Gästen auch die Ministerin für Schule und Berufsbildung, Britta Ernst.

Das besondere an „lüttIng.“ ist die Vernetzung von Schulen mit Wirtschaft und Wissenschaft. Denn jede Schule musste die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen oder einer Hochschule vorweisen. „In diesen praxisorientierten Kooperationen gelingt es unserer Erfahrung nach besonders gut, Naturwissenschaften und Technik für junge Schüler erlebbar, spannend und nachvollziehbar zu machen“, so Peter Golinski, Geschäftsführer Bildung und Arbeitsmarkt von Nordmetall.

In weiteren Projekten ging es zum Beispiel um die Konstruktion eines Lernspielautomaten, die Installation einer Lüftungsanlage oder auch, wie an der Gemeinschaftsschule Meldorf, um den Bau einer Musikanlage und einer Videoüberwachung für den eigenen Schulpavillion.

„Es ist im Rahmen von Projekten sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler einen konkreten Bezug haben und wissen, was ihre Leistungen bewirken. Bei lüttIng ist das eindeutig der Fall“, sagt Sabine Schwartz, Schulleiterin der Gemeinschaftsschule Meldorf.

Projektkoordinatorin Sabine Petersen war begeistert von den Besuchen der Jury in den Schulen: „Wir haben gesehen, dass lüttIng. den Unterricht lebendig, interaktiv und praxisorientiert macht.“

Die Projektinitiatoren hatten den Lehrern und Schülern zusätzlich zur finanziellen Förderung auch Workshops zum Projektmanagement angeboten. Die positiven Rückmeldungen der Schulen, aber auch der Betriebe nimmt Nordmetall zum Anlass, „lüttIng.“ gemeinsam mit dem Bildungsministerium auch im kommenden Schuljahr fortzusetzen. Neun Schulen haben sich für die neue Runde beworben.

„Ich bin beeindruckt von den tollen und vielfältigen Projektideen, die uns heute vorgestellt wurden: Acht Schulen zeigen, mit welchem Engagement, mit welcher Kompetenz, mit welchem Ehrgeiz und mit welcher Zielstrebigkeit Schülerinnen und Schüler sich mit unterschiedlichen Phänomenen im MINT-Bereich beschäftigen - einem wichtigen, spannenden und vielfältigem Feld für unsere Gesellschaft“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst. Sie betonte, unsere Gesellschaft brauche Fachkräfte im MINT-Bereich. Und um junge Menschen für MINT zu begeistern, brauche es neue Wege gelebter Kooperation zwischen Schule, Hochschule, Wirtschaft und Forschung. „lüttIng ist so ein Weg. Ich danke allen Lehrerinnen und Lehrern, die mit ihrem großen Engagement den Schülerinnen und Schülern neue Türen in die Welt der Naturwissenschaften öffnen“, sagte die Ministerin.