30.1.18: Rechtswidrige 24-Stunden-Streiks: Metallarbeitgeber planen Klage

Die IG Metall hat angekündigt, bundesweit und auch in der norddeutschen Tarifregion Küste ab heute Nacht in einer Reihe von Betrieben 24-Stunden-Streiks zu organisieren. 

Der stellvertretende NORDMETALL-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Schlaffke bedauert ausdrücklich, dass die Gewerkschaft die Tarifauseinandersetzung derart eskaliert, obwohl eine Einigung am vergangenen Wochenende möglich gewesen wäre. „Der volkswirtschaftliche Schaden dieses überflüssigen Gewerkschafts-Aktionismus wird enorm sein, vom Imageverlust für die international hochangesehenen Produkte der Marke ‚Made in Germany‘ ganz zu schweigen“, so Dr. Peter Schlaffke weiter.

Nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) verlieren betroffene Betriebe in Deutschland insgesamt 62 Millionen Euro pro Tag, wenn pro bestreiktem Unternehmen im Schnitt 200 Beschäftigte – also insgesamt 50.000 Arbeitnehmer – in den Tagesstreik während einer Fünf-Tage-Woche treten. Am zehntägigen Lohnstreik in der Metall- und Elektro-Industrie im Frühjahr 2002 waren gut 200.000 Arbeitnehmer beteiligt. Sollte es in der Tarifrunde 2018 erneut zu einem solchen Extrem-Szenario kommen, lägen die Umsatzausfälle – ohne Berücksichtigung möglicher Fernwirkungen – bei insgesamt 2,5 Milliarden Euro.

Dr. Peter Schlaffke bekräftigt, dass die Metall-Arbeitgeber eine solche Eskalation nicht tatenlos hinnehmen werden. „Die IG Metall wird für Forderungen zur Arbeitszeitreduzierung bei weitgehendem Lohnausgleich streiken, deren Umsetzung zu einer massiven Diskriminierung aller heute schon in Teilzeit tätigen Mitarbeiter führen würde. NORDMETALL plant deshalb, morgen in Frankfurt am Main eine Klage zur Feststellung der Rechtswidrigkeit dieser Streik-Aktionen einzureichen“, so der NORDMETALL-Syndikusrechtsanwalt.