29.4.15: "1. Mai ist kein Tag zum Feiern"

Aus Sicht der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord gibt der 1. Mai Anlass zur Kritik an der gegenwärtigen Arbeitsmarktpolitik: "Am Feiertag gibt es nichts zu feiern", so der Hauptgeschäftsführer der beiden Verbände, Nico Fickinger.

Die Große Koalition habe seit ihrem Amtsantritt vor allem die Wunschliste der Gewerkschaften abgearbeitet und werde damit der zurzeit noch robusten Beschäftigung mittelfristig einen Bärendienst erweisen: "Viele vermeintliche Wohltaten wie Mindestlohn und Rentenpakete werden die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt sehr bald belasten", so Fickinger weiter. Er forderte die Politik auf, den "Tag der Arbeit" zur Besinnung darauf zu nutzen, wie Beschäftigung am Standort Deutschland gehalten und gestärkt werden könne.

"In vielen Bereichen des Arbeitslebens verhält sich der Staat mittlerweile wie ein Elefant im Porzellanladen. Er steckt den Regulierungs-Rüssel in jedes Regal und zerscheppert unnötig, was eigentlich ordentlich sortiert war", sagte der Hauptgeschäftsführer von Nordmetall und AGV Nord. Durch die "Rente mit 63" gingen den Unternehmen Tausende von Mitarbeitern mit wichtigem Know-How vorzeitig verloren. Durch den Mindestlohn seien mehr als 200.000 Minijobs abgebaut worden, zudem werde vielen Studenten der Zugang zu Praktika erschwert, und die Unternehmen müssten wertvolle Arbeitszeit auf überflüssige Bürokratie verwenden. Durch die neue Arbeitsstättenverordnung seien darüber hinaus viele Werkhallen in ihrem Bestand gefährdet.

Die bevorstehende Debatte über eine Begrenzung von Zeitarbeit und Werkverträgen könnte ebenfalls schlimme Folgen für den Arbeitsmarkt haben, warnte Fickinger: "Hier wird den Unternehmen ohne Not Beweglichkeit geraubt und die arbeitsteilige Wirtschaft unter Generalverdacht gestellt." Um weiterhin Wachstum und Wohlstand in Norddeutschland zu sichern, müssten sich die Firmen auch künftig auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und andere Tätigkeiten Spezialisten überlassen können.