29.10.19: Standpunkte TV zu Spitzentreffen der M+E-Industrie

„Wir müssen uns auf die Sozialpartnerschaft besinnen.“

Angesichts des Konjunkturabschwungs in der Metall- und Elektroindustrie hat NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch an die IG Metall Küste appelliert, in der kommenden Tarifrunde „Maß zu halten und zur Formulierung von Mindestanforderungen zurückzukehren“.

Der digitale Strukturwandel stelle die Betriebe vor zusätzliche Probleme, betonte Lambusch in der neuesten Ausgabe von Standpunkte TV, die ab Mittwoch, dem 30. Oktober, bei Hamburg 1 ausgestrahlt wird. „Angesichts der großen Aufgaben, die vor uns liegen, müssen wir uns auf die Sozialpartnerschaft besinnen und partnerschaftlich in die Zukunft weiterdenken“, mahnte der Arbeitgeberpräsident.

Nach Worten von Lena Ströbele, der neuen NORDMETALL-Verhandlungsführerin für die Tarifrunde 2020, erwarten die Firmen einfache, leicht handhabbare Regeln. Die jüngsten Vereinbarungen zur Arbeitszeit-Flexibilisierung seien viel zu komplex: „Einige Betriebe mussten neue Mitarbeiter einstellen, um den Tarifvertrag überhaupt umsetzen zu können. Das kann es nicht sein.“ 

Daniel Friedrich, der am 1. Dezember die Bezirksleitung der IG Metall Küste übernimmt, bezeichnete die Flexibilisierung als „richtigen, wichtigen Schritt, den wir jetzt fortentwickeln müssen.“ Die Herausforderungen der Digitalisierung seien in jeder Branche, teilweise sogar in den Betrieben unterschiedlich und müssten von den Tarifpartnern so gestaltet werden, dass „die Menschen mitgenommen werden.“ Die IG Metall werde sich auf den Weg machen, um „vom Betrieb aus zu denken“.

NORDMETALL lädt durch Standpunkte-Chefredakteur Alexander Luckow jeden letzten Mittwoch im Monat Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur 45-minütigen Debatte über Themen ein, die die M+E-Industrie, ihre Mitarbeiter und Kunden betreffen. Am 27. November diskutieren führende Ökonomen aktuelle Konjunkturprognosen. Standpunkte TV ist auch auf www.nordmetall.de oder Youtube abrufbar.