27.3.19: Schiffbau: Ist nach der Krise vor der Krise? – Standpunkte TV März 2019

Die Krise des Schiffbaus im Norden ist überwunden, die nächste aber keineswegs ausgeschlossen. Darüber ist sich die Expertenrunde in der neuesten Ausgabe von Standpunkte TV einig.

Christian Schmoll, Geschäftsführer der Tamsen Maritim GmbH in Rostock, hat mit seinen rund 100 Mitarbeitern eine Strategie der „Dreifaltigkeit“ entwickelt, um den Schwankungen im Schiffbaumarkt erfolgreich zu begegnen: „Wir sind im Neubau etwa bei Seenotrettungskreuzern gut unterwegs, wir reparieren Schiffe und wir fertigen Großteile für die Windkraftindustrie“.

Norbert Brackmann, Maritimer Koordinator der Bundesregierung, sieht die norddeutschen Werften vor allem bei technischen Innovationen gut aufgestellt: „Die Bundesregierung wird das mit steuerlichen Erleichterungen für Innovationen erleichtern“, kündigt der CDU-Bundestagsabgeordnete für Lauenburg/Stormarn-Süd an.

Olaf Preuß, Wirtschaftsreporter bei der Tageszeitung „Die Welt“, zweifelt daran, dass dies ausreicht, um den norddeutschen Schiffbau krisensicher zu machen: „Die durchweg privaten deutschen Werften stehen auf dem Weltmarkt vielfach halbstaatlicher Konkurrenz gegenüber, die keineswegs immer nach den Regeln des fairen Wettbewerbs agiert.“

Eckhard Arndt, Chefredakteur des „Täglichen Hafenberichts“, sieht im Trend zum Green Shipping eine gute Chance für deutsche Werften: „Potenzial haben Brennstoffzellenantriebe oder die festgeschriebene Reduzierung des Schwefelanteils bei Schiffsabgasen.“

Die aktuelle Sendung wird ab Mittwoch, 27. März, um 20.15 bei Hamburg 1 ausgestrahlt. NORDMETALL lädt durch Standpunkte-Chefredakteur Alexander Luckow jeden letzten Mittwoch im Monat Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur 45-minütigen Diskussion über Themen ein, die die M+E-Industrie, ihre Mitarbeiter und Kunden betreffen. In der Ausgabe vom 24. April 2019 wird voraussichtlich über die bevorstehende Europawahl diskutiert. Standpunkte TV kann auch auf www.nordmetall.de oder Youtube abgerufen werden.