26.5.17: SCHOTTEL in Wismar wieder mit Tarif - Einigung bei IG Metall und Geschäftsführung

Die SCHOTTEL GmbH in Wismar ist nun wieder in Gänze tarifgebunden. Darauf haben sich die IG Metall und die Geschäftsführung von SCHOTTEL geeinigt. SCHOTTEL tritt dem Arbeitgeberverband NORDMETALL bei, und der Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie gilt. 

Für die betrieblichen Besonderheiten wurde ein Ergänzungstarifvertrag geschlossen. So verzichten die Beschäftigten 2017 und 2018 auf Entgelterhöhungen, künftige Entgelterhöhungen hängen teilweise von der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens ab. Grundsätzlich werden mindestens drei Auszubildende pro Ausbildungsjahr eingestellt und Auszubildende nach der Ausbildung mindestens für sechs Monate übernommen. Zudem wurden die Regelungen zu Befristungen gelockert und Leiharbeit auf maximal 10 Prozent der Belegschaft begrenzt. Der SCHOTTEL-Aufsichtsrat, der Vorstand der IG Metall und die Mitglieder bei SCHOTTEL haben dem Ende April erreichten Ergebnis zugestimmt. Arbeitgeber und Gewerkschaft legen damit einen Konflikt bei, der durch die Verschmelzung der beiden SCHOTTEL-Betriebe in Wismar und der Aufgabe der Tarifbindung im Sommer 2016 begonnen hatte. Im November hatten die Beschäftigten zeitweise die Arbeit niedergelegt.

„Sichere Arbeitsbedingungen für die Belegschaft und maßvolle Flexibilität für die wirtschaftliche Situation – der Tarifabschluss ist ein guter Kompromiss“, sagte Daniel Friedrich, 1. Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar. „Die Mitgliederversammlung hat einstimmig für das Ergebnis gestimmt. Es lohnt sich, gemeinsam für seine Interessen einzutreten.“

„Wir freuen uns über die Bereitschaft der Mitarbeiter, mit ihrem Entgegenkommen auf die wirtschaftliche Situation unseres Unternehmens zu reagieren“, äußert sich SCHOTTEL-Geschäftsführer Dr. Christian Strahberger. „Mit den erreichten Zielen stellen wir sicher, dass wir flexibel und handlungsfähig sind, um der SCHOTTEL GmbH in Wismar Perspektiven bieten zu können.“ 

„Wir begrüßen die SCHOTTEL GmbH als neues Mitglied bei NORDMETALL. SCHOTTEL kann so die Vorteile des Flächentarifvertrags in Anspruch nehmen, gleichzeitig haben wir aber mit der Gewerkschaft auf das Unternehmen passgenau zugeschnittene Lösungen gefunden – so kann SCHOTTEL beispielsweise künftige Entgelterhöhungen ganz überwiegend dem Unternehmenserfolg anpassen", sagt Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL. „Das ist ein gutes Beispiel für eine innovative Tarifpolitik, die einen fairen Interessenausgleich sichert.“

„Das ist ein guter Abschluss. Es ist gut, dass wir nun Klarheit haben.“, sagte der Betriebsratsvorsitzender Rene Pasenau. „Jetzt gilt es die Zusammenführung der beiden Betriebe durch gemeinsame Regelungen voran zu bringen.“