25.6.15: IT-Berufe auf dem Prüfstand

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) startet neues Projekt.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) prüft eine Modernisierung der vier dualen IT-Berufe Fachinformatiker/-in, IT-System-Elektroniker/-in, IT-System-Kaufmann/-frau sowie Informatikkaufmann/-frau. Das im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) jetzt gestartete neue BIBB-Projekt wird von einem Beirat unterstützt, dem Vertreterinnen und Vertreter aus Fachverbänden, Unternehmen, Ministerien, Berufsschulen und der Wissenschaft angehören.

"Durch die Digitalisierung der Arbeitswelt wird der Stellenwert der IT-Berufe, aber auch die Bedeutung von IT-Kompetenzen in anderen Berufen weiter zunehmen", betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. "Wirtschaft 4.0 wird die Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette verändern. Dies wird veränderte Aufgaben und neue Qualifikationsanforderungen auch für viele Beschäftigte der IT-Berufe nach sich ziehen." So ist davon auszugehen, dass künftig insbesondere Kompetenzen in den Überschneidungsbereichen von Informatik, Betriebswirtschaft, Kommunikation und Mediengestaltung weiter an Bedeutung gewinnen werden. Innerhalb des neuen BIBB-Projekts werden daher Vorschläge zur Fortschreibung der Berufsprofile, der Struktur der Berufe, der künftigen Prüfungsgestaltung sowie zu den Schnittstellen zwischen Ausbildung, Fortbildung und Hochschulbildung erarbeitet. Ergebnisse sollen bis Herbst 2016 vorliegen.

Die Einführung der vier IT-Berufe im Jahr 1997 war eine Erfolgsgeschichte in der dualen Berufsausbildung. Seither wurden rund 200.000 Fachkräfte ausgebildet. Die hohe Attraktivität der Ausbildung liegt insbesondere in der Kombination von breit angelegten gemeinsamen Kernqualifikationen mit profilgebenden Fachqualifikationen. Mit ihrer flexiblen Struktur und dem an der betrieblichen Praxis ausgerichteten Prüfungsmodell erfüllten die IT-Berufe die Anforderungen der Betriebe und schufen für die Absolvierenden gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Zahl der in diesen Berufen jährlich neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegt bei etwa 15.000, wobei insbesondere der Beruf des Fachinformatikers/der Fachinformatikerin großen Zuspruch erfährt. "Durch eine Anpassung dieser Berufe an die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt wollen wir diese Erfolgsgeschichte fortsetzen", so BIBB-Präsident Esser.