25.7.17: Standpunkte TV: Frauen in Führungspositionen

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Sinn und Unsinn einer Frauenquote und um den Erfolg von Frauen in Führungspositionen geht es in der Juli-Ausgabe von Standpunkte TV, dem Fernseh-Talkformat von NORDMETALL bei Hamburg1.

Am 26. Juli diskutieren die frühere Hamburger Bildungssenatorin und jetzige Lübecker CDU-Bundestagsabgeordnete Alexandra Dinges-Dierig, Cathrin Kohnke, Personaldirektorin des Kieler Medizintechnikherstellers Stryker Trauma GmbH, die Sprecherin der Hamburger Niederlassung der Siemens AG, Sonja Neubert, sowie die Hamburger Fraktionsvorsitzende und FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding.

Trotz fortgesetzter Bemühungen von Politik und Wirtschaft sind Frauen in Führungspositionen vielerorts nach wie vor selten. Die Metall- und Elektroindustrie macht mit der Förderung des Girls’ Day und besonderem Augenmerk auf die Teilnahme von Mädchen und jungen Frauen an Wettbewerben wie NORDMETALL Cup große Anstrengungen, um schon an der Basis naturwissenschaftliche Berufsbilder nicht nur für Jungs und Männer attraktiv zu machen.

„Betreiben wir eine eindimensionale Einstellungs- oder Beförderungspolitik, hindern wir Unternehmen an ihrem Fortkommen“, warnt Cathrin Kohnke. Eine gesetzlich vorgeschriebene Quote hält die Personaldirektorin von Stryker Trauma jedoch für den falschen Weg. Damit betreibe die Politik Make-up an der Oberfläche. „Das Dilemma der Unternehmen bleibt bestehen. In bestimmten Branchen sind einfach nicht genügend Frauen in den Bewerberpipelines oder für Schlüsselfunktionen vorhanden“, so Kohnke.

Deshalb setzt Sonja Neubert, seit April 2017 Sprecherin der Hamburger Niederlassung der Siemens AG, bei Schülerinnen und Studentinnen an. „Wir müssen die Vorstellungen junger Frauen relativieren, für technische Berufe Top-Noten in Mathematik und Physik mitbringen zu müssen.“ Als Ingenieurin weiß Neubert um die Herausforderungen, ein naturwissenschaftliches und männerdominiertes Studienfach erfolgreich abzuschließen.

Auch Alexandra Dinges-Dierig lehnt eine Quotenregelung ab – allerdings nur bei der Verteilung von Vorstandsposten. Anders sieht die CDU-Bundestagsabgeordnete das bei der Besetzung von Aufsichtsräten. „Hier hat die Selbstverpflichtung der Unternehmen keinen Schritt weitergeführt. Aufsichtsräte werden nach wie vor durch bestehende Netzwerke besetzt – und die sind männerdominiert.“ Politik könne Rahmenbedingungen schaffen, jedoch nicht die Haltung des Einzelnen oder der Arbeitgeber hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestimmen.

Dem widerspricht die FDP-Politikerin Katja Suding vehement. Die Politik dürfe ihre Verantwortung nicht auf Wirtschaft und Gesellschaft abwälzen. „Wenn Arbeitszeitregelungen elfstündige Ruhepausen vorsehen, ist da wenig Flexibilität erkennbar“, so Suding. Einer Frauenquote stehe sie äußerst skeptisch gegenüber, da sie einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Vertragsfreiheit von Unternehmen darstelle.

Zum Thema Frauen in Führungspositionen diskutieren Dinges-Dierig, Kohnke, Neubert und Suding am 26. Juli ab 20:15 Uhr bei Hamburg1.

Seit Ende November 2016 lädt NORDMETALL durch Standpunkte-Chefredakteur Alexander Luckow jeden letzten Mittwoch im Monat kompetente Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur 45-minütigen Diskussion über Themen ein, die die M+E-Industrie, ihre Mitarbeiter und alle Menschen im Norden betreffen. Am 30. August wird die nächste Sendung ausgestrahlt. Standpunkte TV ist nicht nur auf Hamburg 1 im Großraum der Elbmetropole zu sehen, sondern kann auch hier auf Youtube abgerufen werden.