23.6.15: Bildungsabschluss bestimmt Erwartungen der Jugendlichen an Qualität ihrer Ausbildung

Ergebnisse einer Befragung des Bundesinstitut für Berufsbildung unter angehenden Mechatronikern und Mechatronikerinnen

Die Erwartungen, Wahrnehmungen und Bewertungen von Auszubildenden zur Qualität ihrer betrieblichen Ausbildung sind eng mit ihrem jeweiligen Bildungsabschluss verknüpft. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Befragung von mehr als 500 angehenden Mechatronikern/Mechatronikerinnen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). So bewerten Auszubildende mit einer (Fach-)Hochschulreife Merkmale des betrieblichen Ausbildungsgeschehens wie zum Beispiel die Aufgabengestaltung oder die Zusammenarbeit mit dem ausbildenden Personal kritischer als Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss.

Auszubildende haben unabhängig vom Bildungsabschluss ein Bedürfnis nach "echter Arbeit". Das heißt, sie wollen in reale Arbeitsprozesse eingebunden werden, auch wenn damit eine Erhöhung des Stressfaktors einhergeht. Ebenso deutlich wird ein Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung. Die BIBB-Untersuchung zeigt jedoch, dass nach Auffassung der Jugendlichen die Rückmeldeprozesse in der Ausbildung häufig zu kurz kommen.

Betrachtet man unterschiedliche Betriebsgrößenklassen, so weist die Studie sowohl für kleine und mittlere Unternehmen (KMU, bis 249 Beschäftigte) als auch für größere Unternehmen (ab 250 Beschäftigte) Optimierungspotenzial auf. So wird in KMU dem Bedürfnis der Auszubildenden nach bedeutsamer Arbeit zwar häufiger erfolgreich entsprochen, dafür kommen aber die Feedbackprozesse zu kurz. Bei den größeren Betrieben ist es dagegen eher umgekehrt.

Die BIBB-Studie verdeutlicht, wie wichtig es für Ausbildungsbetriebe mit Blick auf die Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses ist, einerseits auf die unterschiedlichen Erwartungen einer heterogenen Zielgruppe einzugehen und andererseits die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen der Auszubildenden je nach ihrem Bildungshintergrund ernst zu nehmen und darauf zu reagieren.

In der Untersuchung befragte das BIBB mehr als 500 Auszubildende des zweiten Ausbildungsjahres zum Mechatroniker/zur Mechatronikerin aus vier Bundesländern zu ihren betrieblichen Lernbedingungen, Handlungsspielräumen und Unterstützungsstrukturen. Der Ausbildungsberuf "Mechatroniker/-in" stellt auf Grundlage der jährlichen Zahlen zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen einen bedeutsamen gewerblich-technischen Ausbildungsberuf dar. Etwa ein Viertel der Auszubildenden in diesem Beruf verfügt über eine (Fach-)Hochschulreife. Die Ergebnisse der aktuellen BIBB-Befragung bestätigen frühere Studien, die ebenfalls ein generell positives Bild von der Qualität der betrieblichen Ausbildung in diesem Ausbildungsberuf gezeichnet haben.

Weitere Informationen in der neuen Ausgabe von BIBB REPORT, Heft 2/2015, mit dem Titel: "Wie bewerten angehende Mechatroniker/-innen die Qualität ihrer betrieblichen Ausbildung?". Die Veröffentlichung kann im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/bibbreport kostenlos heruntergeladen werden.