22.2.17: Standpunkte TV zum Thema MINT-Bildung

In Standpunkte TV, dem Fernseh-Talkformat von NORDMETALL bei Hamburg1, wird am 22. Februar ab 20:15 Uhr die "Lage der MINT-Bildung im Norden" diskutiert.

Daniel Günther, Fraktionschef und Spitzenkandidat der CDU Schleswig-Holstein zur bevorstehenden Landtagswahl, will in fünf Jahren die Zahl der im Norden ausgebildeten Ingenieure verdoppeln. Das sagt er in Standpunkte TV, dem Fernseh-Talkformat von NORDMETALL bei Hamburg1, in dem am 22. Februar ab 20:15 Uhr die „Lage der MINT-Bildung im Norden“ diskutiert wird.
Günther fordert außerdem eine Stärkung der „Begeisterung für Mathematik und Naturwissenschaften“ in den Schulen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Zusammenfassung von Mathematik und Naturwissenschaften in dem Fach „Nawi“ müsse zurückgedrängt werden, das Abitur nach neun Jahren (G9) solle den Schülern in Schleswig-Holstein „mehr Lernzeit“ gerade für MINT-Fächer geben, so der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag. Das bereits gelockerte Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern solle weiter abgeschwächt werden, damit gerade im Norden mehr Bundesmittel für die Stärkung der Bildung zum Einsatz kommen könnten.

Peter Golinski, Geschäftsführer Bildung und Arbeitsmarkt von NORDMETALL, warnt vor den Auswirkungen des derzeit auf 200.000 Mitarbeiter bezifferten Mangels an Fachkräften in der deutschen Industrie – Tendenz steigend. Um dem abzuhelfen, unterstütze NORDMETALL zahlreiche Schulen und Unternehmen in Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, dem nordwestlichen Niedersachsen und Schleswig-Holstein bei der Durchführung von Programmen und Projekten im MINT-Bereich. „Die Länder müssen zukünftig an Gymnasien mindestens genauso viel wie an Stadtteil- und Gemeinschaftsschulen für eine frühe, aber vor allem breite Berufs- und Studienorientierung tun, damit der Fachkräftemangel in den Griff zu kriegen ist“, fordert Golinski mit Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der Industrie auch im Norden.

Anna von Treuenfels-Frowein, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, verlangt, dass Deutsch und Mathematik verpflichtende Fächer in der Ausbildung von Grundschullehrern werden, auch Medien- und Digital-Kompetenz müssten Lehrern intensiver vermittelt werden. Die Bildungspolitikerin sieht für Hamburg keinen Bedarf nach einer Neuauflage der G8/G9-Diskussion. „Wir müssen die Stadtteilschulen mit ihrem neunjährigen Weg zum Abitur stärken und wir müssen die viel zu hohe Zahl an Unterrichtstunden, die fachfremde Lehrer gerade im MINT-Bereich geben, dringend reduzieren,“ sagt sie.

Peter Ulrich Meyer, Landespolitik-Chef des Hamburger Abendblatts und langjähriger Beobachter der bildungspolitischen Landschaft, verweist darauf, dass valide Erkenntnisse über den Unterrichtsausfall oder die fachfremd gegebenen Stunden gerade im MINT-Bereich in Hamburg nicht vorlägen. Meyer warnt, eine erneute Strukturdebatte um das Abitur nach acht oder neun Jahren Schulbesuch zu entfachen.

Seit Ende November 2016 lädt Standpunkte-Chefredakteur Alexander Luckow jeden letzten Mittwoch im Monat kompetente Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur 45-minütigen Diskussion über Themen ein, die die M+E-Industrie, ihre Mitarbeiter und alle Menschen im Norden betreffen. Am 29. März wird die nächste Sendung ausgestrahlt.
Standpunkte TV ist nicht nur jeden letzten Mittwoch im Monat um 20:15 Uhr auf Hamburg1 im Großraum der Elbmetropole zu sehen, sondern kann auch auf www.nordmetall.de oder youtube abgerufen werden.