2.2.16: IG Metall-Tarifempfehlung ist wirklichkeitsfremd

Der Vorstand der IG Metall hat den regionalen Tarifkommissionen empfohlen, eine Lohnerhöhung von 4,5 bis 5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten zu fordern.

„Diese Forderung scheint im Vergleich zu den Vorjahren moderater, sie ist aber trotzdem meilenweit von der Realität in unserer Wirtschaft und Gesellschaft entfernt“, kritisierte Thomas Lambusch, Präsident des Arbeitgeberverbandes Nordmetall.

Die Gewerkschaft habe ein seltsames Verständnis von „Verteilungsgerechtigkeit“, rügte Lambusch weiter. Die Mitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie hätten seit 2012 bereits Lohnsteigerungen von 14 Prozent erhalten, während die für die Unternehmen maßgebliche Produktivität nur um 1,2 Prozent zugenommen habe. „Ständig mehr verteilen als erwirtschaften – das hält kein Standort auf Dauer aus.“ Wenn es in dieser Runde etwas umzuverteilen gäbe, dann in Richtung der Unternehmen, stellte der Verbandspräsident klar. „Nähme die IG Metall ihre eigene Lohnformel ernst, müsste sie den Firmen eigentlich 7 Prozent zurückerstatten.“

Auch die von der IG Metall als Begründung angeführte Zielinflationsrate der Europäischen Zentralbank hält Lambusch für ungeeignet. „Die Unternehmen müssen sich an die tatsächlichen Fakten halten und nicht an irgendwelche Ziele, die jemand anders gerne hätte. Die aktuelle Inflationsrate liegt bei 0,3 Prozent, das muss auch für die IG Metall der Maßstab sein.“

Lambusch appellierte an die IG Metall, angesichts der kargen Wachstumsaussichten für 2016 die Unternehmen nicht über Gebühr zu belasten. „Beenden Sie ihre Höhenflüge und kommen Sie zurück auf den Boden der Tatsachen.“