22.1.16: FuE-Aufwendungen auf Rekordniveau

Noch nie zuvor hat die deutsche Wirtschaft so viel in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert wie im Jahr 2014. Deutsche Unternehmen gaben 57 Milliarden Euro aus, das sind 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach der aktuellen FuE-Datenerhebung des Stifterverbandes im Auftrag des BMBF wird der neue Rekord vor allem getrieben durch den Automobilbau.

Die Kfz-Industrie liegt bei den Forschungsausgaben mit Abstand weit vorn und ist somit der Forschungs- und Entwicklungsmotor der deutschen Wirtschaft. Knapp 20 Milliarden Euro hat die Kfz-Branche in die interne Forschung gesteckt, 2,6 Milliarden Euro mehr als noch im Jahr 2013. Darüber hinaus gab der Automobilbau rund 9,4 Milliarden Euro für Forschungsaufträge an externe Unternehmen und Institutionen aus. Auch hier gibt es eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (+13 Prozent).

Ebenso sind in der Chemieindustrie, im Maschinenbau und in der Elektroindustrie im Jahr 2014 mehr Mittel in die interne Forschung geflossen. In der Energie-und Pharmabranche wurde dagegen etwas weniger geforscht.

Bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sieht die aktuelle Umfrage im Bereich Forschung und Entwicklung wenig Veränderung. Auffällig ist allerdings, dass die Bereitschaft, Forschungsaufträge an externe Firmen zu vergeben, bei Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten deutlich zugenommen hat (+8,3 Prozent). Oftmals ohne eigene FuE-Abteilungen ausgestattet und vor dem Hintergrund knapper Ressourcen, greifen sie so auf externes Know-how zurück.

Der Anteil des Bruttoinlandsproduktes (BIP), der für Forschung und Entwicklung eingesetzt wird, liegt nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2014 bei 2,87 Prozent (2013: 2,83 Prozent). Damit wurde das Drei-Prozent-Ziel der Bundesregierung knapp verfehlt. Der Trend ist jedoch positiv.

Ebenso positiv ist die Entwicklung beim Forschungspersonal. Insgesamt waren fast 372.000 Forscher und Entwickler im Jahr 2014 beschäftigt. Nach einem leichten Rückgang von 2012 auf 2013, erreichen die Beschäftigungszahlen damit nun wieder ein Rekordniveau. Und die Wirtschaft blickt weiter optimistisch in die Zukunft. Für 2015 plant sie eine weitere Steigerung ihrer FuE-Ausgaben um 3,6 Prozent auf 59 Milliarden Euro.