22.1.16: Berliner Erklärung „Digitale Zukunft gestalten“

In der „Berliner Erklärung“ formuliert die Bundesregierung ihre Zielsetzungen für die digitale Zukunft Deutschlands. Wichtige Elemente sind hierbei die Plattformen „Industrie 4.0“ und „Innovative Digitalisierung der Wirtschaft“.

Die Plattform „Industrie 4.0“ setzt den Rahmen, um den digitalen Strukturwandel der Industrie in Deutschland voranzutreiben. Ausgehend von der heute verfügbaren Online-Landkarte Industrie 4.0 mit weit über 100 Anwendungsbeispielen und einer Vielzahl von Testfeldern soll die Digitalisierung weiter in die Fläche getragen werden.

Mit der Plattform „Innovative Digitalisierung der Wirtschaft“ will die Bundesregierung Mittelständler stärker für die Chancen der Digitalisierung sensibilisieren. Die Gestaltung der Digitalisierung in besonders betroffenen Dienstleistungsbranchen wird mit konkreten Beispielen und Empfehlungen gefördert.

Die Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ hat zum Ziel, fünf „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“ aufzubauen. In Hochschulen und Forschungseinrichtungen gibt es aktuell eine Vielzahl von Testumgebungen, in denen Produktions- und Logistikprozesse unter realistischen Bedingungen für Industrie 4.0 getestet werden können. KMU sollen geförert werden, ihre innovativen Industrie 4.0-Komponenten in passenden Testumgebungen zu erproben. Flankiert wird dies von spezifischen Beratungsangeboten und einer von Unternehmen und Verbänden gegründeten Praxisinitiative Industrie 4.0.

Ein weiteres Ziel ist es, den flächendeckenden Festnetz- und Mobilfunkausbau voranzutreiben. Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2018 in Deutschland eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 MBit/s herstellen. Deutschland soll zum weltweiten Leitanbieter und Leitmarkt für intelligente Mobilität werden. Die Markteinführung der Mobilfunk- und Netztechnologie 5G ist für 2020 angestrebt.

Eine wichtige Voraussetzung für intelligente Verkehrssysteme sind verkehrsträgerübergreifende Standards für Datenerhebung und -verarbeitung sowie für qualitativ hochwertige und sichere Smart-Data-Anwendungen. Hierzu gehören auch ein hoher und transparenter Datenschutzstandard bei der Datenerhebung, -authentifizierung, -verarbeitung und -speicherung sowie verbraucher- und wettbewerbsfreundliche Regeln für die Datennutzungsrechte.

Technologieprogramme werden auf zukünftige, digital getriebene Innovationen setzen, die durch 3D-Druck und 3D-Bildgebung entstehen. Aber auch die vermehrten Anforderungen an robuste, echtzeitfähige und sichere Kommunikationslösungen für die Industrie und kooperatives Produktengineering sollen im Auge behalten werden.

Mehr Sicherheit beim Versand von E-Mails in Deutschland schaffen Angebote von Internetprovidern zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die im Kontext der „Charta zur vertrauenswürdigen Kommunikation“ der Plattform „Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft“ entwickelt wurden.

Angebote der digitalen Verwaltung sollen so gestaltet werden, dass sie leicht auffindbar, intuitiv nutzbar, an jedem Ort verfügbar und sicher sind. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen ihre Behördenanliegen künftig über ein digitales Servicekonto online erledigen können – und bei Bedarf mit ihrem Personalausweis und Smartphone rechtssicher digital unterschreiben.

Rechtssicherheit ist eine wichtige Voraussetzung für die vertrauensvolle Nutzung digitaler Technologien über Wertschöpfungsketten und -netzwerke hinweg. Die gegenwärtig verhandelte EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssystemsicherheit soll die Sicherheitsstandards für Internetdienste verbessern.

Die Berliner Erklärung können Sie unten als PDF-Dokument herunterladen.