2.11.17: Arbeitsmarkt im Norden im Oktober: „Wachsende Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen macht der Industrie Sorgen“

Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland, nimmt die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen zum Anlass, um die schwierige Ausbildungssituation vieler Betriebe hervorzuheben: 

„Der Arbeitsmarkt zeigt sich erfreulicherweise sehr robust. Die norddeutsche Industrie hat aber mit immer mehr unbesetzten Ausbildungsstellen zu kämpfen. Allein in unserer Branche müssen wir von rund 5% ausgehen. Gleichzeitig nehmen wir den ,Flüchtlingseffekt‘ wahr, der vermehrt jugendliche Migranten nach ihren Anerkennungsverfahren in die Arbeitslosenstatistik rutschen lässt. Wenn wir dann vom Institut der Deutschen Wirtschaft hören, dass die enorme Zuwanderung in Deutschland sogar zur positiven Veränderung der demographischen Entwicklung beitragen kann, sind die Chancen und der Handlungsbedarf klar, “ so Fickinger.

„Es muss uns gemeinsam gelingen, die zugewanderten Menschen, die hier eine Bleibeperspektive haben, möglichst rasch die deutsche Sprache erlernen zu lassen und sie dann vom Wert einer dualen Ausbildung zu überzeugen. Diese stellt eine lebenslange persönliche Wertschöpfung dar. Insbesondere in der Metall- und Elektroindustrie sprechen die Zahlen für sich: Mit rund 1.000,- Euro Ausbildungs-vergütung pro Monat vom ersten Tag an und einem Einstiegsgehalt von fast 40.000,- pro Jahr nach erfolgreicher Ausbildung wird der Weg zu sozialer Sicherheit und Wohlstand bereitet.“

„Natürlich“, so Fickinger weiter, „kann auch die Ausbildung und Beschäftigung der Zugewanderten nicht unsere Arbeitsmarktprobleme lösen. Aber wir brauchen verstärkt Bemühungen zur Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt, schon weil nur so die Integration in unsere Gesellschaft gelingen kann.“