18.5.17: Gewerkschaftsumfrage bestätigt Zufriedenheit der M+E- Mitarbeiter

„Es freut uns sehr, wenn auch die IG Metall bestätigt, dass die allermeisten Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sehr zufrieden sind“, kommentiert Dr. Nico Fickinger die aktuelle Arbeitszeitumfrage der Gewerkschaft.

„Eine repräsentative Umfrage des neutralen Meinungsforschungsinstitutes TNS Emnid hat schon vor Monaten gezeigt, dass drei Viertel der Mitarbeiter in der M+E-Industrie zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz sind und neun von zehn sagen, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben“, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL. 

Auch in der Frage der Arbeitszeiten lägen die Interessen der Beschäftigten und der Betriebe gar nicht so weit auseinander. 14 Prozent der M+E-Mitarbeiter würden gerne zwischen 35 und 39 Stunden pro Woche arbeiten, 35 Prozent sogar mehr als 39 Stunden. „Um den Standard der 35-Stunden-Woche herum brauchen wir also mehr Flexibilität in beide Richtungen. Die Menschen wollen in der Tat Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Dann sollte sie auch eine Gewerkschaft nicht daran hindern, ein paar Stunden länger zu arbeiten und entsprechend mehr zu verdienen“, so Fickinger weiter. Wer das als „Spaltung der Belegschaft“ in Leistungsträger und „Fußvolk“ kritisiert, offenbart ein eher befremdliches Verständnis von Arbeitszeitsouveränität.

Im Übrigen sei die von der IG Metall geforderte Selbstbestimmung über die Arbeitszeit in den Betrieben größtenteils längst Realität. 48 Prozent der Beschäftigten bestätigen in einer Umfrage im Januar, dass sie ihre tägliche Arbeitszeit kurzfristig an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können, weitere 24 Prozent können das manchmal. „Es wäre kontraproduktiv, wenn der Gesetzgeber jetzt diese notwendige Flexibilität einschränken würde. Wir brauchen eine moderne Arbeitszeitpolitik, die Betrieben und Beschäftigten gleichermaßen Freiheiten und Möglichkeiten bieten“, fordert der Arbeitgebervertreter. 

„Genauso unterschiedlich wie die Lebenssituationen der Beschäftigten sind die wirtschaftlichen Situationen der Betriebe. Bei dem einem schreit das Baby und verlangt mehr Aufmerksamkeit, bei dem anderen meldet sich der Kunde und will mehr kaufen“, erklärt Fickinger. Gesetzliche Regeln und Tarifverträge dürften da nur einen groben Rahmen abstecken, die Details müssten direkt auf Betriebsebene vereinbart werden können. „Wir brauchen einvernehmliche Flexibilität vor Ort, statt von oben verordnete, starre Regeln.“