18.1.18: Pfad der Vernunft ist der richtige Weg Richtung Kompromiss

„Es ist ein mühsamer Weg, aber wir haben beide den Willen, aufeinander zuzugehen. Das haben wir heute unterstrichen“, sagt NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch zur dritten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie in Bremen. 

Nachdem die Arbeitgeber schon in der zweiten Verhandlungsrunde in Lübeck ein respektables Angebot von zwei Prozent plus 200 Euro vorgelegt hätten, sei man heute in Bremen der IG Metall weiter entgegen gekommen und habe deutlich gemacht, dass man sich durchaus Rahmenregelungen für eine befristete Arbeitszeitsenkung mit Rückkehrrecht vorstellen könnte, wenn die Gewerkschaft im Gegenzug bereit sei, über eine Ausweitung des Arbeitszeitvolumens nach oben zu verhandeln – „nur bei betrieblichem Bedarf, nur für einen vorübergehenden Zeitraum, und nur auf freiwilliger Basis und selbstverständlich korrekt bezahlt“, stellt Thomas Lambusch klar.

„Hier haben wir heute leider keine Signale erhalten. Außerdem gibt es viele weitere Hürden und Klippen, weil ein Teilzeitanspruch mit Lohnausgleich für uns Arbeitgeber nicht akzeptabel ist. Für die Unternehmen steht weiterhin im Vordergrund, dass ein Teilzeitanspruch nicht zu einer Verknappung des Arbeitszeitvolumens und zu einer erheblichen Verteuerung der Arbeit führen darf. Das würde den Unternehmen kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit und mittelfristig den Entwicklungsspielraum beschneiden. Wenn wir erst Aufträge und Kunden verlieren, dann verlieren wir auf Dauer Arbeitsplätze und Produktion am Standort Deutschland“, warnt Lambusch. 

„Tarifverträge werden am Verhandlungstisch geschlossen, nicht auf der Straße“, sagt der Verhandlungsführer der Arbeitgeber mit Blick auf die Demonstration von IG Metall Mitgliedern vor dem Verhandlungsort. „Wenn die IG Metall von der Warnstreikstraße wieder auf den Pfad der Vernunft zurückkehrt, sehe ich durchaus Chancen für einen Tarifabschluss in den nächsten Wochen.“