17.9.15: Schüler aus Norddeutschland sind Formel-1-Weltmeister!

Internationales Team aus Greifswald und den USA stellt vier Mal hintereinander neuen Weltrekord auf und gewinnt die Weltmeisterschaft von „Formel 1 in der Schule“.

Singapur. Bei den Weltmeisterschaften des weltweiten Nachwuchswettbewerbs "F1 in Schools" hat ein Team aus Norddeutschland am gestrigen Mittwoch sensationell den ersten Platz belegt. Christian Krüger, Malte Langosch, Tom Fischer, Luca Fleßa, Devansh Dhard und Kasper Sunn Pedersen vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) setzten sich gegen 47 Teams aus 23 Ländern mit über 300 Schülerinnen und Schülern durch und sind Weltmeister geworden.

Schon bei der Landesmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommern des "Nordmetall Cup" im Februar hatten die sechs Jungs als Team "Pursue" den Sieg geholt. Bei den deutschen Meisterschaften am Hockenheimring im Mai erreichten sie den vierten Platz. Dadurch qualifizierten sich die Jungingenieure für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Singapur. Bedingung war allerdings die Kooperation mit dem Team "Lex GP" aus den USA. Zusammen mit fünf Jungen und Mädchen aus Massachusetts bildeten sie so das Team "Union Racing International." Es war das erste Mal, dass ein Gemeinschaftsteam die WM gewinnen konnte.

"Wir hätten uns das nie erträumen lassen, dass wir jemals Weltmeister werden. Es ist ein überwältigendes, überragendes Gefühl", sagte Malte Langosch (16) nach der Siegerehrung. Und sein Teamkollege Devansh Dhard ergänzte: "Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen! Wir haben immer nur davon geschwärmt. Jetzt stehen wir auf dem Podium ganz vorne. Wir können das noch gar nicht realisieren."

Seit Mai haben die 15- bis 18-jährigen Jugendlichen zusammen ein 21 cm langes Formel-1-Auto am Computer konstruiert, aus einem Holzblock gefräst und sich auf den Wettkampf vorbereitet. Persönlich treffen konnten sie sich dabei nie - sämtliche Kommunikation erfolgte online. Bei der Weltmeisterschaft in Singapur hat der von einer Gaspatrone angetriebene Rennwagen gleich vier Mal hintereinander den bestehenden Weltrekord geknackt und als erster Wagen überhaupt die 20 Meter lange Rennstrecke in weniger als einer Sekunde zurückgelegt: die Siegerzeit waren 0,959 Sekunden. Es gewinnt aber nicht einfach der schnellste Wagen, sondern die beste Gesamtleistung. Dazu gehören auch das Marketingkonzept und die Präsentation vor einer Fachjury.

Peter Golinski, Leiter Bildung und Wissenschaft bei der den Wettbewerb unterstützenden Nordmetall-Stiftung, ist begeistert von der Leistung der Schüler: "Das ist eine wirklich fabelhafte Leistung, die die technikbegeisterten Schüler hier vollbracht haben. Sie haben über Kontinente hinweg zusammengearbeitet, Sprachen und Kulturen vereint, ihnen sind gemeinsame Innovationen gelungen - besser geht es nicht mehr, unsere allergrößten Glückwünsche nach Singapur!"

Ein weiteres Team aus dem "Nordmetall Cup" hat in Singapur einen Sonderpreis gewonnen: Schüler vom Hamburger Gymnasium Grootmoor, die auch Hamburger Landesmeister waren, wurden als Gemeinschaftsteam mit Schülern aus Irland für die beste Team-Identität ausgezeichnet.

Mit dem Wettbewerb "Nordmetall Cup Formel 1 in der Schule" bringt die Nordmetall-Stiftung seit sieben Jahren die Themen Technik und Wirtschaft als spannendes Projekt in die Schule. Gegründet vom gleichnamigen Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, will sie mit dem Wettbewerb mehr Schüler im Norden für Industrieberufe interessieren.

v.l.n.r: Maximilian Britton, Devansh Dhard, George Britton, Yang Lu, Christian Krüger und Kasper Sunnpedersen

v.l.n.r: George Britton, Kasper Sunnpedersen, Yang Lu, Maximilian Britton, Devansh Dhard und Christian Krüger